Kategorie: Politik

Umweltschutz funktioniert nicht in der sozialen Marktwirtschaft

Stei­le The­se, gell?

Doch schau’ mer mal: Als DIE Kli­ma­kil­ler (Umwelt ist nicht nur Kli­ma: Plas­te, ich weiß) wur­den aus­ge­macht:

  • Auto­ver­kehr
  • Flug­ver­kehr
  • Schiffs­ver­kehr, nament­lich Kreuz­fahr­ten

Was den Auto­ver­kehr betrifft: E‑Autos sind ganz sicher kei­ne Lösung. Eine Lösung wäre die mas­si­ve Sen­kung des Indi­vi­du­al­ver­kehrs, ob Ver­bren­ner oder elek­trisch.
Da wür­de aber hei­ßen: Ein­bruch der Auto­pro­duk­ti­on. Und dabei wäre es völ­lig egal, ob die deut­schen Her­stel­ler nun im E‑Bereich wirk­lich nach­zie­hen oder nicht. Und schon bei E‑Autos siehts schlecht aus für so man­chen Zulie­fe­rer: Moto­ren, Ein­spritz­an­la­gen, Aus­puff­an­la­gen… braucht man dann nicht mehr.
Von Brenn­stoff gar nicht zu reden.

Flug­ver­kehr: Allein der Her­stel­ler Air­bus hat 133k Mit­ar­bei­ter. Auch hier müs­sen wir die Zulie­fe­rer hin­zu­rech­nen. Und die Flug­hä­fen mit all dem Ser­vice­per­so­nal, den Shops, den Zubrin­gern, der Secu­ri­ty…

Kreuz­fahr­ten: Hier in M‑V gibt es eine Werf­ten­in­dus­trie, die etwas nach der Wen­de von Zocker-Rus­sen gekauft wur­de und nun größ­ten­teils für einen malai­ischen Misch­kon­zern arbei­tet. Ein ein­zel­nes gro­ßes Kreuz­fahrt­schiff kos­tet wohl in etwa $500 Mil­lio­nen, hin­zu kommt, daß Expe­di­ti­ons­schif­fe (also klei­ne­re Kreuz­fahrt­schif­fe, die auch dort­hin fah­ren kön­nen, wohin die gro­ßen nicht kom­men: Eis­mee­re zum Bei­spiel) gera­de boo­men.
Für Kreuz­fah­rer läßt Kiel den Steu­er­zah­ler blu­ten. Und dabei ist es Quatsch: Die Tou­ris­ten kau­fen nur Tin­nef, das ist alles. Jeden­falls in Ros­tock wer­den sie vom Schiff in Bus­se gekippt und 200 Kilo­me­ter weit nach Ber­lin gekarrt. We nicht mit­fährt, bleibt an Bord zum Essen (all inclu­si­ve!) und geht dann viel­leicht an Land, um eine Plüsch­mö­we made in Chi­na zu kau­fen.

Und so wer­den uns die Poli­ti­ker erzäh­len, daß an Auto­ver­kehr, Flug­ver­kehr, Kreuz­fahr­ten ARBEITSPLÄTZE hän­gen und sie nun alles mit Augen­maß ange­hen müs­sen. Wobei Augen­maß heißt: Nach der nächs­ten Wahl sehen wir wei­ter.

Und des­we­gen gehen Umwelt­schutz und sozia­le Markt­wirt­schaft nicht zusam­men. Weil sozia­le Markt­wirt­schaft näm­lich nur eine Tarn­be­zeich­nung für Kapi­ta­lis­mus ist.

Sor­ry, Wal­ter Eucken, Du hat­test das wahr­schein­lich anders gedach­t¹


¹ ich habe eine sehr per­sön­li­che Bezie­hung zu sei­nem Vater Rudolf.

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Die Teppichweber von Kujan-Bulak ehren Greta

Mir geht die qua­si­re­li­giö­se Ver­eh­rung von Gre­ta gehö­rig auf den Sen­kel. Als alter Kom­mu­nist habe ich natür­lich Brecht gele­sen 😀:

So nütz­ten sie sich, indem sie Lenin ehr­ten und
Ehr­ten ihn, indem sie sich nütz­ten, und hat­ten ihn
Also ver­stan­den.

Es geht nicht dar­um, Gre­ta zu unter­stüt­zen. Es geht dar­um, ihr Anlie­gen zu ver­ste­hen und ent­spre­chend uns selbst zu nüt­zen.

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Greta

Nun segelt sie also gen New York, auf einem Renn­boot, brett­hart, ohne Koje, ohne jed­we­den Kom­fort, nicht ein­mal ein Klo gibt es.
Nun gibt es Vor­wür­fe, daß neue Seg­ler nach New York flie­gen wür­den (das wird auch nicht bestrit­ten), um die Yacht wie­der nach Mona­co zurück­zu­brin­gen.
War­um eigent­lich? Die Hin-Besat­zung kann doch auch zurück­se­geln?
Das hat ja mit Gre­ta erst­mal nichts zu tun, und doch: sie ist nun mal eine öffent­li­che Per­son, und jeder noch so klei­ne Neben­tritt wird ihr unter die Nase gerie­ben wer­den.
Und: Natür­lich ist die Rei­se ein PR-Stunt — was denn sonst? Kei­ne Ahnung, wer alles sie aus­nutzt: Die Yacht­eig­ner viel­leicht, viel­leicht ihr Vater, viel­leicht der Kame­ra­mann, viel­leicht auch nie­mand von den allen.

Ich möch­te mal dar­an erin­nern: Gre­ta ist ein Mäd­chen, 16 Jah­re alt. Da darf sie doch wohl die Ché-Pla­ka­te, die wir dann “erwach­sen” aus unse­ren Kin­der­zim­mern ver­damm­ten, wei­ter­ver­wen­den, selbst wenn auf die­sen Pla­ka­ten nur Eis­bä­ren zu sehen sind. Wer mit 16 nicht die Welt ver­bes­sern will, der ist tot! Sie geht halt nur kon­se­quent wei­ter. Und wird sich hof­fent­lich ver­lie­ben, unglück­lich wer­den, glück­lich wer­den, komi­sche Kla­mot­ten anzie­hen und gräß­li­che Musik hören — eben alles das tun, was man mit 16 tun muß.
Der PR-Rum­mel tut ihrer Sache nicht gut.
Wir soll­ten Gre­ta rich­tig ver­ste­hen.

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Die BRD hat kaum Geld?

Jeden­falls kaum für Inves­ti­tio­nen in Infra­struk­tur, Pfle­ge, Schulen…Aber sat­te 12,1% des Bun­des­haus­hal­tes gehen ins Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um, mehr als ein Zehn­tel!!! Das sind Mil­li­ar­den­sub­ven­tio­nen für Air­bus, Krauss-Maff­ei Weg­mann, Rhein­me­tall…
Jetzt sol­len also Plas­te­tü­ten ver­bo­ten wer­den (Schwach­sinn) — wie groß sind eigent­lich die Umwelt­schä­den bei uns durch das Mili­tär (ein­schließ­lich der ame­ri­ka­ni­schen Streit­kräf­te)? All die Pan­zer, die durch die Übungs­ge­län­de pflü­gen, daß die Treib­stof­fe in den Rake­ten, Gra­na­ten rück­stands­frei ver­bren­ne, glaubt sicher auch nie­mand.

Wir haben das Geld, wir las­sen es uns nur klau­en.

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Soldaten umsonst in der Bahn fahren lassen?

Wie­so das denn?

Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er hat­te die Idee in ihrer Regie­rungs­er­klä­rung Ende Juli ins Gespräch gebracht, um die Sicht­bar­keit der Bun­des­wehr zu erhö­hen.

Aha. wegen der Sicht­bar­keit also. Wie­so eigent­lich muß die Sicht­bar­keit erhöht wer­den? Hilft das irgend­wie dem Frie­den? Oder eher der Sicht­bar­keit von Frau Kramp-Kar­ren­bau­er?

Und es geht ja auch gar nicht dar­um, die Sol­da­ten umsonst fah­ren zu las­sen:

Die Sol­da­ten könn­ten zwar umsonst fah­ren, aber nur, weil die Bun­des­wehr an ihrer Stel­le für den Trans­port bezahlt.

Dann bin ich doch sehr dafür, daß das Geld an das chro­nisch über­ar­bei­te­te und skan­da­lös unter­be­zahl­te Pfle­ge­per­so­nal geht!

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Svenja Schulze, die ahnungslose?

Umwelt­mi­nis­te­rin Schul­ze will Plas­tik­tü­ten ver­bie­ten — nun ja. Schau’ mer mal.

Eine bri­ti­sche Stu­die von 2006 kommt zu die­sem Ergeb­nis:

Type of car­ri­er HDPE bag (No secon­da­ry reu­se)
Paper bag 3
LDPE bag 4
Non-woven PP bag 11
Cot­ton bag 131

In other words: Gro­ce­ry shop­pers must use their cloth bags 131 times to see the envi­ron­men­tal bene­fits of using reu­se­ab­les that glo­bal war­ming alar­mists tout. On top of that, shop­pers who reu­se their plastic gro­ce­ry bags aren’t com­mit­ting the envi­ron­men­tal car­di­nal sin to the level that alar­mists claim.

HDPE, LDPE und PP sind Poly­ethy­le­ne, vul­go Plas­te, was ja ver­bo­ten wer­den soll. Blei­ben die Alter­na­ti­ven Papier­tü­te und Baum­woll­beu­tel. Eine Papier­tü­te ist also ab dem drit­ten Gebrauch als eine Plas­te­tü­te, ein Baum­woll­beu­tel aller­dings erst nach dem 131. mal!
Zählt doch mal nach, wie­vie­le Jute­beu­tel ihr im Haus­halt habt…

Das ist nicht­mal Sym­bol­po­li­tik, das ist umwelt­schäd­li­che Poli­tik. Sinn­voll wäre es, Plas­te­tü­ten wie­der­zu­ver­wen­den!

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Trump der Böse

Daß Trump ein dum­mer bau­ern­schlau­er Ras­sist ist, steht natür­lich außer Zwei­fel.

Nur: wir tun immer so, als sei der über die USA daher­ge­kom­men wie eine unvor­her­seh­ba­re Natur­ka­ta­stro­phe.
Ist er aber nicht.
Die NRA als extre­me Lob­by­or­ga­ni­sa­ti­on gibt es seit Jahr­zehn­ten. Als ich noch ab und an drü­ben war (ist län­ger her), wur­de mor­gens die USA Today unter der Hotel­zim­mer­tür durch­ge­scho­ben. Die hat­te jeden Tag nur ein The­ma: Ame­ri­ca! Ame­ri­ca! Ame­ri­ca ist natür­lich die USA, Kana­da, Mit­tel- und Süd­ame­ri­ka? Ame­ri­ca! Euro­pa und Asi­en fan­den jeden­falls auf den ers­ten Sei­ten gar kei­ne Erwäh­nung, wei­ter hin­ten dann unter fer­ner lie­fen.
Die­ses alber­ne Hand-aufs-Herz bei der Natio­nal­hym­ne.
Evan­ge­li­ka­le Tali­ban im TV.
Recht hat, wer sich im Recht fühlt und die grö­ße­re Wum­me hat (A‑Team, Air­wolf…)
Und­und­und.

Trump ist nur die sicht­ge­wor­de­ne Kon­se­quenz eines inhä­ren­ten Natio­na­lis­mus, der ganz tief geht.

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CO₂-Steuer

Über­all lese ich, die CO₂-Steu­er sol­le erhöht wer­den, wegen des Kli­mas. Aber bit­te nicht zuviel und dafür sol­len ander Belas­tun­gen mög­lichst gesenkt wer­den.
Ja, und was wird dann pas­sie­ren? Genau: Sprit wird teu­rer wer­den, und nie­mand wird weni­ger fah­ren.

Wenn schon, dann bit­te: eine RICHTIGE Erhö­hung, min­des­tens 50 ct/l, schnellst­mög­lich!

Ach so, ja, geht ja nicht, wegen der Wäh­ler­stim­men…

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Herr Sonneborn geht nach Brüssel

Son­ne­born geht 2014 für die PARTEI ins EU-Par­la­ment und berich­tet von dort über sei­ne Arbeit als frak­ti­ons­lo­ser Abge­ord­ne­ter.
Her­aus­ge­kom­men ist eine Art Tage­buch.
Sei­ten­wei­se fiel mir beim Lesen nur ein Kom­men­tar ein: WTF??? — denn berich­tet wird (der Autor ist Son­ne­born!) vor allem natür­lich von den end­lo­sen Absur­di­tä­ten in der EU-Poli­tik, der EU-Büro­kra­tie, und dazu von den Eitel­kei­ten vie­ler Abge­ord­ne­ter (sei­ne Lieb­lings-Ziel­schei­ben sind Elmar Brok, Jo Lei­nen und Udo Voigt)
Was er schreibt, ist soli­de recher­chiert (er hat eine tüch­ti­ge Assis­ten­tin) und mit Quel­len belegt — wahr­schein­lich schon, um sich Ver­leum­dungs­kla­gen vom Hals zu hal­ten 🙂
Es ist natür­lich das Buch eines Sati­ri­kers, noch dazu eines, der gewiß nicht an Selbst­zwei­feln lei­det. An man­chen Stel­len aber, nament­lich bei der EU-Hal­tung zur Mit­tel­meer­tra­gö­die, wird er ganz unsa­ti­risch und wütend und betrof­fen. Die PARTEI war viel­leicht mal als Spaß­pro­jekt gestar­tet, mitt­ler­wei­le ist sie erwach­sen gewor­den — und natür­lich noch immer eine Sati­re­par­tei, Gott­sei­dank!

Lei­der ist das Buch deut­lich zu lang gera­ten. Schein­bar woll­te Son­ne­born die gesam­te Legis­la­tur­pe­ri­ode abde­cken (was er auch getan hat). Doch etwa ab der Hälf­te oder dem zwei­ten Drit­tel wird es ermü­dend, die Per­so­nen sind mitt­ler­wei­le alle bekannt, der Betrieb beschrie­ben — da kom­men dann nur noch wei­te­re Anek­do­ten. Zum Ende hin woll­te ich nur noch fer­tig wer­den. Scha­de.

Lese­emp­feh­lung? Ja.

#aus­ge­le­sen

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