Blöder Amazon Prime Day

Der Kind­le Paper­white ist mas­siv gesenkt (wer­be­frei 90 Euro statt regu­lär 140)

Nur tut mein alter Kind­le noch her­vor­ra­gend, und Audio brau­che ich nicht. Es gibt also kei­nen WAF-Grund zu kau­fen.
Bit­te hei­ra­tet nie­mals mei­ne Finanz­mi­nis­te­rin!

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Spricht ja wohl für sich selbst

DDR, 80-er Jah­re, Ost­rock:

das sel­be land zu lan­ge geseh’n
die sel­be spra­che zu lan­ge gehört
zu lan­ge gewar­tet
zu lan­ge gehofft
zu lan­ge die alten män­ner ver­ehrt
ich bin rum­ge­rannt
zu viel rum­ge­rannt
zu viel rum­ge­rannt
ist doch nichts pas­siert

So haben sich dann zum ende der DDR immer mehr gefühlt. Man­che sind abge­hau­en, die meis­ten geblie­ben, vie­le des­il­lu­sio­niert.

Ein groß­ar­ti­ges Lied.

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Ode an die Jeans

Also DAS ist natür­lich eine sub­ver­si­ve Lie­bes­er­klä­rung!

Jumo: Jug­end­Mo­de. Jeans oder ver­gleich­ba­res gab es dort aber auch nicht. Es gab “Nie­ten­ho­sen”, die aber mit Jeans nur das Blau gemein hat­ten, ansons­ten aber aus dün­nem und labb­ri­gem Stoff bestan­den. Erst spä­ter, Ender der 70-er(?) gab es dann doch jeans­ar­ti­ge Hosen: Boxer, Shan­ty, Wisent…
Aber “rich­ti­ge” Jeans waren auch die­se nicht. Der Text ist aber von 1973, als Jeans tra­gen noch ein poli­ti­sches State­ment war, ein nicht unge­fähr­li­ches. Damals wur­den lang­haa­ri­ge “Gamm­ler” auch schon mal zwangs­wei­se vom Leh­rer zum Fri­seur geschleppt…

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Wahlöö: Mord im 31. Stock

Laut Rück­ti­tel ist das Wahlöös wich­tigs­ter Roman. Wenn das stimmt, dann sind die ande­ren völ­lig unwich­tig. Denn die­ser mag der wich­tigs­te sein, lei­der ist es auch ein ziem­lich schlech­ter.
Die Hand­lung spielt in einem dys­to­pi­schen Schwe­den. Der Staats­so­zia­lis­mus hat gesiecht, alle haben eine Ein­heits­woh­nung im Ein­heits­hoch­haus lan­ge vor WBS70. Kri­mi­na­li­tät gibt es kaum noch, die hohe Selbst­mord­ra­te wird sta­tis­tisch gegen Null gerech­net. Es gibt eine rie­si­ge Anzahl von Pres­se­er­zeug­nis­sen, alle seicht, alle von dem­sel­ben Rie­sen­kon­zern.
Gegen die­sen wird ein Anschlag ange­kün­digt, aber nicht durch­ge­führt. Die Ermitt­lun­gen führt Kom­mis­sar Jen­sen¹. Der ist von Magen­ko­li­ken geplagt, ein  aus­ge­zeich­ne­ter Kri­mi­na­list, unpo­li­tisch, eigen­bröt­le­risch, man könn­te ihn auch Mar­tin Beck nen­nen.
Jen­sen gewinnt im Lau­fe der Geschich­te tie­fe­re, unap­pe­tit­li­che Ein­bli­cke in den Pres­se­kon­zern, was Wahlöö zu län­ge­ren Betrach­tun­gen über die nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen einen gleich­ge­schal­te­ten Jour­na­lis­mus bringt.
Da hat er durch­aus Recht, aber eigent­lich woll­te ich einen (Kriminal-)Roman lesen und kein Mani­fest.

Er soll da oben im Him­mel dem Herrn dan­ken, daß er Maj Sjö­wall getrof­fen hat, denn die gemein­sa­men Geschich­ten sind um Län­gen bes­ser.

Lese­emp­feh­lung? Nun, wenn man Schwe­di­sche Lite­ra­tur des 20. Jhs. im Prü­fungs­fach hat: ja, unbe­dingt! Ansons­ten eher nein.

#aus­ge­le­sen


¹ Übri­gens die ein­zi­ge Per­son mit Namen im gan­zen Roman, alle ande­ren wer­den nur mit ihrem Funk­ti­ons­ti­tel erwähnt. Das hat sicher einen mir ver­bor­ge­nen Grund.

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