Von der Straße auf die Schiene

Die Gat­tin wird dem­nächst mit der Toch­ter zur Kur nach Dan­gast fah­ren. Mit dem Auto laut Goog­le Maps 4h 17 Minu­ten. mit der Bahn laut bahn.de güns­tigs­ten­falls 9:28 Stun­den, ger­ne aber auch 17:28 Stun­den.

Kos­ten­punkt Auto: 462 Kilo­me­ter, bei 7l/100km macht das etwa 32 Liter, macht bei 1,17€/L etwa 38 Euro.
Die Bahn ver­langt für die min­des­tens dop­pel­te Fahrt­zeit Wür­fel­prei­se:

Ange­kom­men am Kur­ort wäre man ohne Auto natür­lich fest­ge­na­gelt.

Ich weiß jetzt auch gar nicht, war­um so vie­le Leu­te nicht aufs Auto ver­zich­ten wol­len…

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Unterleuten

Ich habe mal wie­der ein Buch #aus­ge­le­sen, dies­mal mit über 600 Sei­ten ein recht umfang­rei­ches. Juli Zeh, Unter­leu­ten.

Der Roman spielt im im Wesent­li­chen im Som­mer 2010 in einem bran­den­bur­gi­schen Dorf. Han­deln­de sind die Dorf­ein­woh­ner, von denen jeder eine Geschich­te hat, jeder mit jedem in irgend­ei­nem Abhän­gig­keits­ver­hält­nis steht. Ein Gesell­schafts­ro­man zwei­fel­los, aber auch ein Dra­ma. Schon die Ein­tei­lung in Akte und Sze­nen legt das nahe, aber auch der gesamt Auf­bau des Romans: zuerst wer­den die per­so­nae dra­ma­tis vor­ge­stellt, dann kommt die Hand­lung, dann das Fina­le.

Es geht um einen Wind­park, der Flä­che braucht. Es gibt meh­re­re mög­li­che Flä­chen, mit unter­schied­li­chen Besit­zern. Wer der Win­kraft-Fir­ma Land ver­pach­ten kann, wird reich wer­den. Aber auch das Dorf wür­de durch Steu­er­ein­nah­men finan­zi­ell saniert wer­den. Hin­zu kom­men dann Natur­schüt­zer (aus der Stadt hin­zu­ge­zo­gen) und wei­te­re Ein­zel­in­ter­es­sen.
Alte Feind­schaf­ten bre­chen bre­chen auf, neue ent­ste­hen. Das Wind­kraft­vor­ha­ben wirkt wie ein Kata­ly­sa­tor, es schafft kei­ne Kon­flik­te, aber befeu­ert sie.
Und Gegen­sät­ze wer­den zuhauf behan­delt: Alte gegen Jun­ge, Ein­hei­mi­sche gegen Zuge­reis­te, Umwelt­schutz gegen Ener­gie­wen­de, Rei­che gegen Arme, Wes­sis gegen Ossis, Macher gegen Getrie­be­ne, Gewin­ner gegen Ver­lie­rer… — zuviel für mei­nen Geschmack.

Der Roman mit all sei­nen Per­so­nen, bei denen es schwer fal­len kann, den Über­blick zu behal­ten¹ ist am Reiß­brett ent­wor­fen, die Hand­lung und die Per­so­nen wir­ken sehr durch­dacht, was durch­aus nicht nega­tiv gemeint ist.
Aller­dings blei­ben die Per­so­nen Typen, die so blei­ben wie sie ange­legt sind. Da ent­wi­ckelt sich nie­mand, jeder ist in sei­nen Inter­es­sen gefan­gen und bleibt auch da.
Kei­ner ist lie­bens­wür­dig, und das fällt auf: Es gibt kei­ne Lie­be in dem Buch. Natür­lich gibt es Paa­re, Kin­der, auch Sex, aber nir­gends gibt es Lie­be. Wohl weil jeder sei­nen eige­nen Plan hat.

Das ist in der ers­ten Buch­hälf­te alles ganz ange­nehm zu lesen, Frau Zeh erfin­det immer wie­der neue, poe­ti­sche Bil­der, um ihre Prot­ago­nis­ten zu beschrei­ben. Dann wur­de es mir aus genau die­sem Grun­de lang­wei­lig: Die Per­so­nen waren mir nun zur Genü­ge bekannt, ich brau­che nicht die drölf­zigs­te Beschrei­bung, nicht mehr nach 300, 400 Sei­ten.

Wenigs­tens zieht die Hand­lung dann nach zwei Drit­teln an, bis es zum Schluß zur Kata­stro­phe kommt.

Ganz am Ende gibt es dann noch einen län­ge­ren Epi­log, von der fik­ti­ven Roman­au­torin ver­faßt. Das ist schon raf­fi­niert.

Ich habe die Kind­le-Aus­ga­be gele­sen, da ist X‑Ray ein Segen gewe­sen.

Lese­emp­feh­lung? Ja! Das ist ganz sicher einer der bes­ten neue­ren deut­schen Roma­ne.


¹ hät­te ich doch beim Lesen https://unterleuten.de/unterleuten.html gekannt!

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Laufzeiten

Ges­tern Abend habe ich mal ein Expe­ri­ment gemacht: Im Schlaf­zim­mer auf mei­nem Nacht­tisch steht eine Nacht­tisch­lam­pe (nein, kei­ne Nach­tisch-Schlam­pe😉) mit einer IKEA-Tråd­fri-Bir­ne und Fern­be­die­nung, ver­bun­den mit einem Gate­way. Auf einem Raspi läuft dann Home­As­si­stant mit der Tråd­fri-Kom­po­nen­te, die IP des Gate­ways ist kon­fi­gu­riert. Home­As­si­stant kann also die Tråd­fri-Welt bedie­nen. Auf dem Tele­fon läuft die ent­spre­chen­de App, aber die ist NICHT mit dem Raspi ver­bun­den.
Da ich näm­lich auch

  • von außer­halb des Heim­net­zes auf mein Home­As­si­stant zugrei­fen möch­te und
  • Push-Noti­fi­ca­ti­ons aufs Tele­fon haben möch­te, Apple dann aber ein “rich­ti­ges” Zer­ti­fi­kat ver­langt, das aber schwie­rig wird in einer Umge­bung mit Port­for­war­ding auf dem Heim­rou­ter

habe ich auf mei­nem Root-Ser­ve bei Net­cup einen rever­se Pro­xy ein­ge­rich­tet, der sich dann mit HTTPS zu mei­nem Raspi ver­bin­det.

Die App auf dem Tele­fon ver­bin­det sich also (via Webso­ckets) so: App → LAN → Heim­rou­ter → Inter­net → rever­se Pro­xy → Inter­net → Heim­rou­ter → Raspi. Dehy­dra­ted hält das Zer­ti­fi­kat aktu­ell, alles wun­der­bar.

Zurück also zu ges­tern Abend: Ich habe in der Lin­ken das Tele­fon mit der App offen, in der Rech­ten die Fern­be­die­nung. Ich schal­te mit der Fern­be­die­nung das Licht aus. Das Schal­ter­sym­bol in der App ist einen Wim­pern­schlag schnel­ler umge­legt als das Licht aus­ge­schal­tet ist!
Erin­nert mich an Muham­med Ali:

I’m so fast that last night I tur­ned off the light switch in my hotel room and was in bed befo­re the room was dark.

😂

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Konsolidierung der IT

SPON titelt: Das teu­ers­te Digi­tal­pro­jekt der Regie­rung droht zu schei­tern. 2015 beschlos­sen, Lauf­zeit 10 Jah­re, geschätz­te Kos­ten: 1 Mil­li­ar­de Euro, Schnäpp­chen. Geschätz­te Kos­ten heu­te, schon jetzt bei Ver­zug: 3,43 Mil­li­ar­den. Also, das rech­net sich so schön, ein Anstieg auf läp­pi­sche 343%, und dabei wird es ganz sicher nicht blei­ben.

Doch es ist ja nicht alles schlecht:

Es gibt aller­dings eine Bran­che, die von der bis­he­ri­gen Mise­re ordent­lich pro­fi­tiert: exter­ne Bera­ter. Laut Zah­len des Innen­mi­nis­te­ri­ums flos­sen für das Pro­jekt 2016 rund zehn Mil­lio­nen Euro an Bera­tungs­ge­sell­schaf­ten, im Jahr dar­auf schon 26,2. Vori­ges Jahr stie­gen die Bera­ter­kos­ten auf 31 Mil­lio­nen Euro.

Rech­net sich auch schön: Anstieg auf 310% — das sind ja weni­ger als die 343% bei den Gesamt­kos­ten! Also wenn Gesamt­kos­ten und Bera­ter­kos­ten glei­cher­ma­ßen stei­gen, dann soll­te man doch noch mehr Geld in die Bera­ter­ta­schen stop­fen: dann wird das Gesamt­pro­jekt ja qua­si immer billiger!¹


¹ Ja, ich weiß: Die Bera­ter­kos­ten betra­gen Stand 2018 10+26,2+31=67,2 Mil­lio­nen, und die erwar­te­ten Kos­ten wer­den auch gar nicht genannt — aber ich las­se mir einen Rant doch nicht von der Wirk­lich­keit tor­pe­die­ren!

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npm: Hipster-Scheiß?

Ich krie­ge gera­de Puls!

Build failed with error code: 1
npm WARN optional SKIPPING OPTIONAL DEPENDENCY: fsevents@1.2.9 (node_modules/fsevents):
npm WARN notsup SKIPPING OPTIONAL DEPENDENCY: Unsupported platform for fsevents@1.2.9: wanted {"os":"darwin","arch":"any"} (current: {"os":"linux","arch":"x64"})

Muß wohl ein Mac sein oder wie???

😡

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Memory unter Linux

Ich habe einen Ser­ver für rsnapshot. Der nutzt rsync. Frei­er Spei­cher sieht so aus:

Das ist natür­lich übel. Bei den ers­ten bei­den bot­toms reagier­te der gan­ze Rech­ner nicht mehr, beim zwei­ten hat­te ich ihn sicher­heits­hal­ber reboo­ted. (des­halb feh­len auch kei­ne Wer­te)
sync ; echo 3 > /proc/sys/vm/drop_caches schau­felt nur in homöo­pa­thi­schen Dosen frei. Ich ver­ste­he das nicht. Das ist kein dae­mon, da ist ein­fach ein cron, der letzt­lich rsync auf­ruft, wenn rsync durch ist, ist es durch. War­um wer­den die Caches nicht frei­ge­ge­ben, selbst wenn man das expli­zit sagt?

Ich habe dann mal nocache aus­pro­biert — hat genau gar nichts gebracht. Jetzt habe ich das rsync mal mit einem Patch von Tobi Oeti­ker (mrtg! Yeah!!!) ver­se­hen (natür­lich liegt das in /usr/local/bin/) — viel­leicht funk­tio­niert ja das.

Trotz­dem ver­ste­he ich nicht, war­um die Caches nicht ein­fach geflusht wer­den.

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Der E‑Auto-Hype

Ehr­lich gesagt: Ich glau­be nicht, daß E‑Autos signi­fi­kant hel­fen beim Umwelt­schutz. Zunächst wäre mal ihre Umwelt­bi­lanz über den gesam­ten Lebens­zy­klus inter­es­sant (also von Her­stel­lung über Betrieb bis zur Ent­sor­gung), abhän­gig vom Strom­mix.
Wahr­schein­lich gibt es sol­che Unter­su­chun­gen sogar — aller­dings wenn, dann wer­den sie kaum in der Dis­kus­si­on ver­wen­det. Wahr­schein­lich wird her­aus­kom­men: Je grö­ßer und schwe­rer ein E‑Auto, des­to Unfug. Wie bei Ver­bren­nern auch.

Die Zah­len, die bei Hei­se genannt wer­den, sind ernüch­ternd für die E‑Autoindustrie: ledig­lich 9% der Befrag­ten könn­ten sich mit einem E‑Auto anfreun­den.
Natür­lich spielt der Preis eine wesent­li­che Rol­le. In Deutsch­land:

40 Pro­zent der Men­schen in Deutsch­land [haben] prak­tisch kein Ver­mö­gen

Das sind die­je­ni­gen unter uns, die eben ihr Hack beim Dis­coun­ter und nicht im Bio­hof­la­den auf dem Dorf kau­fen. Und die kön­nen nicht mal eben en paar Tau­send Euro oben­drauf legen für ein Auto, für das sie sich ohne­hin über bei­de Ohren ver­schul­den müs­sen.

Lad­ein­fra­struk­tur spielt selbst­ver­ständ­lich eine Rol­le. Ein lös­ba­res Pro­blem für die Haus­be­sit­zer mit eige­ner Gara­ge bzw. Car­port; Otto Miet­woh­ner mit Later­nen­park­platz hat es ungleich schwe­rer.

Doch zurück zur Umwelt: Umwelt sind ja nicht nur die Städ­te und Dör­fer, Umwelt ist auch Grün, Pflan­zen, Gewäs­ser… — also alles das, was zube­to­niert, zuge­pflas­tert, zuasphal­tiert, begra­digt… wur­de, um all die Autos und Zweit­au­tos über­haupt abstel­len zu kön­nen irgend­wo. Da gewinnt nie­mand irgend­was, wenn die Ver­bren­ner nun durch E‑Autos ersetzt wer­den (außer den Her­stel­lern von E‑Autos natür­lich)

Nein, es kann nicht hei­ßen: Mehr E‑Autos, es muß hei­ßen: weni­ger Autos! Nicht die Auto­in­dus­trie gehört geför­dert, son­dern der öffent­li­che Ver­kehr — dort­hin muß das Geld flie­ßen!

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Ladegerät

Der freund­li­che DHL-Mann brach­te kürz­lich ein Lade­ge­rät für die gan­zen Lad­da-Akkus hier im Haus. Bis­lang hat­te ich eins genutzt, da steck­te man die Akkus rein, die wur­den dann warm, und irgend­wann nach einem Tag oder so hab’ ich sie raus­ge­nom­men und sie waren voll. Das Ding hat, der Wär­me­ent­wick­lung nach zu urtei­len, stän­dig wei­ter­ge­la­den, auch die vol­len Akkus.
Nun also das neue, das ist ja High­tech!
Ich kann mit 200, 500 oder 700 mA laden. Auf den AA-Lad­das steht: Stan­dard 245mA, 10h Lade­zeit.
Das ist mit Strom, auch davon habe ich kei­ne Ahnung — also: ist es egal, mit wie­viel Strom ich lade?

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