Schlagwort: zabbix

Wir schießen uns in die Füße, erneut

Das Schö­ne an Linux ist ja, daß man als root über sämt­li­che Waf­fen vefügt, um sich gepflegt in die Füße zu schie­ßen, und nut­zer­freund­lich wie Linux nun mal ist, sind die­se Waf­fen auch schon gela­den, aus­ge­rich­tet und ent­si­chert — man muß nur noch abdrücken.

Vor ein paar Wochen: Ich woll­te ein Video mit nach AV1/Opus umco­die­ren und hat­te irgend­wie nicht begrif­fen, daß die Enco­der bei Debi­an im ganz nor­ma­len Repo­si­to­ry lie­gen und war also der Mei­nung, ich müs­se das selbst über­set­zen. Das ist ein ziem­lich dickes Brett, was man da boh­ren muß, zum Bei­spiel sind man­che Biblio­the­ken in golang geschrie­ben, so daß man noch ein go nach­in­stal­lie­ren muß. Ich fing also an, und natür­lich wur­den erst­mal ton­nen­wei­se Abhän­gig­kei­ten nach­in­stal­liert, bevor es über­haupt ans Bau­en ging. Am Ende hat­te es funk­tio­niert — und ich stell­te fest, daß das völ­lig umsonst war: Debi­ans ffmpeg lie­fert alles mit, was ich brau­che. Lehrgeld.

Der Rech­ner hat eine rela­tiv klei­ne Root-Par­ti­ti­on, und der gro­ße Rest wird für ZFS ver­wen­det. Alle Diens­te, die ins Inter­net expo­niert sind, lau­fen dort. Also jeden­falls / war arg voll, aber ich wuß­te nicht mehr, was ich alles sinn­lo­ser­wei­se nach­in­stal­liert hat­te. Da kam mir eine Idee: Ein­fach alle dev-Pake­te löschen und hin­ter­her noch ein autore­mo­ve, damit auch die Abhän­gig­kei­ten gelöscht wer­den. Hat gut funk­tio­niert, danach war wie­der eini­ger Platz frei. Das war vor ein paar Tagen.
Heu­te sehe ich mal wie­der ins Zab­bix. Da steht auf ein­mal, daß zfs-zed.service nicht lau­fen wür­de. Also ver­su­che ich ihn zu star­ten, doch systemctl meint, es gäbe ihn nicht, und in der Tat: es gibt ihn nicht. Ich ahne etwas:

Start-Date: 2024-05-05 20:58:18
Commandline: apt -y purge dpkg-dev
Purge: build-essential:amd64 (12.9), zfs-zed:amd64 (2.2.3-1~bpo12+1), zfs-dkms:amd64 (2.2.3-1~bpo12+1), dpkg-dev:amd64 (1.21.22), xtables-addons-dkms:amd64 (3.23-1), dkms:amd64 (3.0.10-8+deb12u1)
End-Date: 2024-05-05 20:58:53

ZFS-on-Linux ist aus Lizenz­grün­den als dyna­mi­sches Ker­nel­mo­dul rea­li­siert. Und muß mit dkms(8) gebaut wer­den, was diver­se Hea­der erwar­tet, die eben in dev-Pake­ten lie­gen. Die hat­te ich aber gelöscht, und mein tap­fe­res autore­mo­ve hat­te dann das kom­plet­te ZFS weg­ra­siert (aber nicht die Daten). Und solan­ge die Büch­se läuft, macht das auch nichts.
Heu­te dach­te ich dann, ich soll­te nicht län­ger war­ten mit einem Reboot. Code, der nur noch im RAM liegt, nee, muß nicht sein. Also reboot und tja, kein ZFS, kei­ne Dienste.

Die Lösung: Nach­se­hen, ob der Pool noch da ist (zpool import) und dann impor­tie­ren (zpool import <poolname>) Reboot, alles wie­der schön.

Und die Flin­ten nach­la­den nicht ver­ges­sen fürs nächs­te mal!

 

Zabbix ist toll

Heu­te haben wir des Soh­nes neu­en PC in Betrieb genom­men. Und nun, neben all den Ras­pians, Debi­ans, Ubun­tus, MacOS ist was neu­es dazu gekommen:

[moritz ~]# lsb_release -a
LSB Version:    n/a
Distributor ID: ManjaroLinux
Description:    Manjaro Linux
Release:        20.2
Codename:       Nibia
[moritz ~]#

Span­nend ist das weil lüf­ter­lo­ses x86. Da inter­es­sie­ren mich die Tem­pe­ra­tu­ren schon. Doch wie bekommt man die? Ich ver­wen­de auch im Haus­netz Zab­bix. Tem­pe­ra­tu­ren sind ein Son­der­fall: dafür braucht man Sen­so­ren, und an die muß man ran­kom­men. Man kommt ran:

[moritz ~]# sensors
amdgpu-pci-0400
Adapter: PCI adapter
vddgfx:           N/A
vddnb:            N/A
edge:         +42.0°C  (crit = +80.0°C, hyst =  +0.0°C)

k10temp-pci-00c3
Adapter: PCI adapter
Vcore:         1.02 V
Vsoc:        731.00 mV
Tctl:         +42.8°C
Tdie:         +42.8°C
Icore:        26.00 A
Isoc:          1.50 A

[moritz ~]#

Damit kann aber weder SNMP¹ noch der Zab­bix-Agent etwas (direkt) anfan­gen. Aber über Umwege:

[moritz ~]# grep ^UserPa /etc/zabbix/zabbix_agentd.conf
UserParameter=UserParameter-TempGPU,sensors | awk '/^edge/ {print $2}' | sed -e 's/+//' -e 's/°C//'
UserParameter=UserParameter-TempCPU,sensors | awk '/^Tdie/ {print $2}' | sed -e 's/+//' -e 's/°C//'
[moritz ~]#

Und schon gibts Gra­phen, Trig­ger, Alarme…

#zab­bix


¹ Man kann mit net-snmp sei­ne eige­nen OIDs defi­nie­ren, die ihre Daten aus einem Shell­skript oder sonst­wo­her holen