Container, die Crux: Updates

Vor eini­ger Zeit hat­te ich auf Arbeit mal ein Ether­pad lite auf­ge­setzt. Das war damals für mich ein ers­ter Geh­ver­such mit Docker, und das hat auch gut geklappt. Die Nut­zer (jeden­falls Tei­le derer) hat­ten es ange­nom­men. Da aber der zen­tra­le Platz für Doku­men­ta­ti­on ins Con­flu­ence gewan­dert ist, ist die Ether­pad-Nut­zung ein­ge­schla­fen.
Also habe ich es schon vor län­ge­rem gelöscht.

Nun woll­te ich es pri­vat mal wie­der ein­set­zen. Doch ach: ein aktu­el­les mys­ql wird nicht unter­stützt. Der Pull-Request, wenigs­tens die Doku ent­spre­chend anzu­pas­sen, bleibt unbe­ar­bei­tet lie­gen. Letz­tes Update vor 2 Jah­ren. Also: Da pas­siert nichts mehr.
Nun fin­de ich das erst­mal gar nicht schlimm: Es gibt kein Recht zu ver­lan­gen, daß der Autor nun sein Image bis ans Lebens­en­de wei­ter pfle­gen muß. Aber irgend­wie: Es gibt auch kei­nen ech­ten Exit für den Autor. Pro­jekt löschen ist doof, schon weil es ja jemand for­ken könn­te. Das ein­zi­ge was der Autor machen könn­te wäre wohl in fet­ten Buch­sta­ben oben ran­zu­schrei­ben: DEPRECATED. Nützt aber auch nichts, wenn ein armer Mensch aus irgend­ei­nem Blog copy-n-pas­ted.

Das­sel­be Pro­blem haben kom­plet­te Dis­tri­bu­tio­nen aber auch: Wie oft ist der Upstream einer mit­ge­lie­fer­ten Soft­ware Mei­len vor­aus. Man ver­su­che mal, youtube-dl aus einem aktu­el­len Debian/Ubuntu zu ver­wen­den.

Zurück zu Docker: Ich kann Stand jetzt wärms­tens watch­to­wer emp­feh­len. Das hält die Con­tai­ner (und auch sich sel­ber) aktu­ell, und man kann schnell sehen, wenn ein Con­tai­ner lan­ge nicht mehr aktua­li­siert wur­de:

root@big:~# docker ps
CONTAINER ID        IMAGE                          COMMAND                  CREATED             STATUS              PORTS                                            NAMES
2c2c73561629        tvelocity/etherpad-lite        "/entrypoint.sh bin/…"   49 minutes ago      Up 48 minutes       127.0.0.1:9001->9001/tcp                         etherpad-lite
f8c2046089fe        mysql:5                        "docker-entrypoint.s…"   About an hour ago   Up About an hour    3306/tcp, 33060/tcp                              ep_mysql
bdb7102c1135        collabora/code:latest          "/bin/sh -c 'bash st…"   2 weeks ago         Up 6 days           127.0.0.1:9980->9980/tcp                         collabora
4d4dc619a104        containrrr/watchtower:latest   "/watchtower"            8 weeks ago         Up 6 days                                                            watchtower
2fbd0235759d        mikesplain/openvas             "/bin/sh -c /start"      8 weeks ago         Up 6 days           0.0.0.0:9390->9390/tcp, 127.0.0.1:444->443/tcp   openvas
root@big:~#

watch­to­wer aktua­li­siert die Con­tai­ner von selbst, das ist natür­lich poten­ti­ell gefähr­lich, wenn mann immer latest ver­wen­det. Für den Pri­vat­ge­brauch fin­de ich es aber OK.

#Docker

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Downgrade ist manchmal Upgrade

näm­lich von kaputt zu heil.

Mein ER‑X zu Hau­se hat einen v6-in-v4 Tun­nel zu tunnelbroker.net, weil Voda­fone v6 nur gegen Auf­preis raus­rückt. Seit eini­ger Zeit funk­tio­nier­te das aber nicht mehr (rich­tig). Pings gin­gen durch, ansons­ten so gut wie nichts. Nun ja, habe ich eben v6 aus­ge­knipst — im prak­ti­schen Leben ver­liert man ohne v6 ja nichts. Im Gegen­teil.
Doch heu­te hats mich dann doch gepackt — ich woll­te wis­sen, was da vor sich geht, schließ­lich hat es schon mal funk­tio­niert. Und was eig­net sich bes­ser als iperf3 zum Tes­ten? Rich­tig, nichts. Grau­sam, ich konn­te zwar auf dem iper­f3-Ser­ver (mein Ser­ver bei net­cup) die v6-Pake­te von mir sehen, aber der effek­ti­ve Daten­durch­satz war bei exakt 0 Bps. Mit MTU, MSS rum­ge­ra­ten — hat alles nichts gebracht. Dann habe ich auf dem Rou­ter sel­ber einen iper­f3-Ser­ver gestar­tet — full Speed. Schei­ße!

In mei­ner Ver­zweif­lung hat­te ich dann eine Idee: Kann es viel­leicht sein, daß es unter dem alten, aber wei­ter­hin unter­stüt­zen Edge­OS (1.10.10) noch ging, und die Pro­ble­me erst mit dem neu­en (2.0.8) kamen?
Also auf die alte Ver­si­on down­ge­gra­det, das ging ganz fluffig.

Uuuuuund:

root@odroidc2:~# iperf3 -6 -c big.sokoll.com -R -P10
[…]
[SUM] 0.00-10.00 sec 896 MBytes 752 Mbits/sec 2335 sender
[SUM] 0.00-10.00 sec 869 MBytes 729 Mbits/sec receiver

iperf Done.
root@odroidc2:~#

Trom­mel­wir­bel! Sau­ber!

Upload sieht natür­lich weni­ger impo­sant aus 🙂

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Ausgelesen: Dan Brown, Illuminati

Der 13-jäh­ri­ge fand nichts mehr, was ihn zum Lesen ver­lei­ten kön­ne, und da dach­te ich mir: Ver­schwö­rungs­theo­rie, Geschich­te, Action, das müs­se einem Kna­ben sei­nes Alters doch zusa­gen, und so kam ich auf Dan Brown. Mei­ne Hood mein­te, das kön­ne schon was sein, es sei aber wohl bes­ser, wenn ich mit­lä­se, da das Buch doch stel­len­wei­se erklärt wer­den müs­se.
Nach­dem ich nun das Buch durch­ge­le­sen habe: Ja, das ist so.

Ein irrer Plot: Die Illu­mi­na­ten, ein Orden der Wis­sen­schaft, wol­len die katho­li­sche Kir­che ver­nich­ten. Dazu brin­gen sie den Papst um, besor­gen sich aus dem CERN Anti­ma­te­rie, um den gesam­ten Vati­kan zu pul­ve­ri­sie­ren, vor­her wer­den noch die aus­sichts­reichs­ten vier Papst­kan­di­da­ten hin­ge­rich­tet. Dafür bedie­nen sie sich eines Meu­chel­mör­ders, der bei jedem Auf­tau­chen für auch den unauf­merk­sams­ten Leser deut­lich als Ara­ber gekenn­zeich­net wird.
Der Ret­ter ist (Über­ra­schung!) ein Ame­ri­ka­ner, eine Art India­na Jones. Eine ange­deu­te­te Lie­bes­ge­schich­te mit ange­deu­te­tem Sex ist auch dabei.
Der Roman ist ins­ge­samt bil­li­ger Schund.
Die Geschich­te stimmt hin­ten und vor­ne nicht, was so schlimm nicht wäre, schließ­lich ist es ein Roman. Aller­dings hält nichts, wirk­lich nichts einer Über­prü­fung stand, das ist schon arg. Wiki­pe­dia lis­tet das gut auf.
Es geht um den behaup­te­ten Gegen­satz von Wis­sen­schaft und Reli­gi­on. Bei Brown wird dar­aus eine Kon­kur­renz von zwei Reli­gi­ons­zen­tren: Vati­kan und CERN. Ja, rich­tig gele­sen. Im Roman ist das CERN die Zen­tral­kir­che aller Wis­sen­schaft und ihr Direk­tor Koh­ler ist der Papst.
Der Held ist Pro­fes­sor für Sym­bo­lo­gie (ich hab’ Semi­na­re zu christ­li­cher Iko­no­gra­phie besucht — sowas wie Sym­bo­lo­gie gibt es nicht) natür­lich in Havard, wo denn sonst. Sei­ne Mit­hel­din ist Wis­sen­schaft­le­rin am CERN, Mee­res­bio­lo­gin. Was auch immer Mee­res­bio­lo­gen am CERN suchen. Ach ja, sie ist auch noch Teil­chen­phy­si­ke­rin, viel­leicht des­halb. Die bei­den sind also die ganz Guten, es gibt noch sub­al­ter­ne Gute. Und dann gibt es den Schläch­ter. Den Assas­si­nen, den Meu­chel­mör­der. Und da wird es ganz übel, weil ein­deu­tig ras­sis­tisch. Brown wird nicht müde zu beto­nen, daß das ein Ara­ber ist (und als Pro­to­typ namen­los bleibt), der gene mor­det, Frau­en miß­han­delt, ernied­rigt und ver­ge­wal­tigt. Natür­lich wird er von dem ame­ri­ka­ni­schen Hel­den besiegt, natür­lich in aller­letz­ter Sekun­de.
Am Ende steht übri­gens eine kom­plet­te Vol­te: Es waren gar nicht die Illu­mi­na­ti. Das ret­tet den Plot aber auch nicht mehr.
Hand­werk­lich ist der Roman gut gemacht, mit einer Schwä­che: Die Span­nungs­bö­gen wer­den gro­tesk über­dehnt. Ansons­ten aber: Flott geschrie­ben, abwechs­lungs­reich, die ein­zel­nen Kapi­tel ahebn eine Lese­zeit von maxi­mal 5 Minu­ten. Abrup­te Orts­wech­sel, har­te Schnit­te, fast wie ein Film.

Lese­emp­feh­lung? Nein. Wenn ihr was in der Rich­tung Ver­schwö­rungs­theo­rie, Action sucht, kuckt euch mal bei Stieg Lars­son um. Der hat wesent­lich mehr Sub­stanz.

 

#aus­ge­le­sen

 

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Alles ist noch nicht gesagt — auch nicht von allen

Einen hab’ ich noch.
Schein­bar ist die gegen­wär­tig erzähl­te Geschich­te: Die AfD hat die FDP über­töl­pelt. Von der CDU ist der­weil merk­wür­di­ger­wei­se gar nichts zu hören.
Und von noch etwas ist nicht die Rede, nir­gends: Dem Schrei­ben von Höcke an #Kem­me­rich (Klick um zu öff­nen)

Da war nichts mit Über­töl­pen, gar nichts. Und CDU-Chef Mohring hat eine Kopie bekom­men.

Es gibt hier kei­ne unwis­sen­den Akteu­re. Allen ging es nur um eins: die Rame­low-Regie­rung weg­be­kom­men, irgend­wie, um jeden Preis. Daß Moh­rig, der ein aal­glat­ter Macht­mensch ist, nun den Mund hält, nun, das ist nicht ver­wun­der­lich.

Im Novem­ber war sicher­lich nicht klar, wann genau die MP-Wahl ansteht — aber daß sie kom­men wird, war natür­lich klar.

Die­ser Brief zeigt, daß wenigs­tens die Spit­zen von FDP (die hier den Hof­nar­ren der AfD geben durf­ten), CDU und natür­lich AfD ganz genau wuß­ten, wie sie sich bei der MP-Wahl ver­hal­ten wür­den. Mit Spit­zen mei­ne ich auch die Spit­zen auf Bun­des­ebe­ne. Glaubt wirk­lich jemand ernst­haft, Kem­me­rich und Moh­rig hät­ten Höckes Brief nicht hoch­ge­reicht? Um das gewünsch­te Ergeb­nis zu errei­chen bedurf­te es gar kei­ner direk­ten Abspra­chen, allein die Tat­sa­che, daß es exakt so wie von Höcke vor­ge­schla­gen abge­lau­fen ist, zeigt die gemein­sa­me Tak­tik.

Der Brief ist der Schlüs­sel zum Ver­ständ­nis, nicht ama­teur­haf­te Poli­ti­ker.

Denn die gibt es in die­sem Spiel eher nicht. Nur macht­ver­lieb­te Poker­spie­ler, von denen einer frei­lich sich maß­los über­schätzt hat.

Wenn es nicht gar so gedacht war/ist von der AfD: rrg abwäh­len, danach den Moh­ren sich selbst ent­sor­gen las­sen, Neu­wah­len, auf über 30% stei­gen.
Das liegt ja nicht im Unmög­li­chen.

Es wird gera­de an einer Legen­de geschrie­ben, die die han­deln­den Per­so­nen hübsch im Hin­ter­gund beläßt.

Laßt euch nicht ver­ar­schen!

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Vertrauen ist gut

doch Kon­trol­le ist bes­ser, jeden­falls hat das Lenin angeb­lich mal gesagt.

rollingstone.com ist um mei­ne Pri­vat­sphä­re bemüht und bie­tet mir an, mich mit einem Klick aus­zuop­ten (schö­nes Wort 😁)

Selbst­ver­ständ­lich habe ich auf “Deny all” geklickt.
Schnell noch mal nach­se­hen, ob das geklappt hat:

Dan­ke, Lenin!

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Online-Glücksspiele

sol­len ja ab 2021 bun­des­weit erlaubt sein. Weil es die Anbie­ter nun mal gibt kann man sie ja auch durch Lega­li­sie­rung dazu zwin­gen, hier in Deutsch­land Steu­ern zu zah­len. Soweit die fis­ka­lisch nach­voll­zieh­ba­re Argu­men­ta­ti­on.

Ich wür­de aber wei­ter­ge­hen: Auch aus­län­di­sche Auf­trags­kil­ler zah­len kei­ne Steu­ern in Deutsch­land für ihre Dienst­leis­tun­gen — das kann nicht sein! Ich for­de­re die Lega­li­sie­rung von Auf­trags­mor­den. Natür­lich müß­te das regu­liert wer­den. Viel­leicht nur ein Mord pro Quar­tal?

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Sandskulpturen Usedom, Zander (Frank?)

Heu­te waren wir bei den Sand­skulp­tu­ren auf Use­dom, direkt an der pol­ni­schen Gren­ze. Das war schon beein­dru­ckend.

Will­kom­men!

Eine kna­cki­ge jun­ge Dame gleich am Ein­gang 🙂

Ein ärger­li­cher Vogel

Charles Dar­win

Lin­né

Nean­der­ta­ler

Insek­ten

Mel­man

Skip­per, Pri­va­te, Kow­alk­si, Rico

Tief­see­fisch

Detail

Blut­ge­fäß

Ein­horn

Danach gings in die Gast­stät­te, alle mei­ne Kum­pelz waren schon mal da.


 

Und, Leu­te, DER ZANDER!!!!!!

Mit DIESEM AUSBLICK!!!!!!


Und dan nach Hau­se aufs Fest­land bei schö­nem Wet­ter.

War ein schö­ner Tag!

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Roomba-Paßwort herausbekommen

für Home­As­si­stant, Anlei­tung nach https://github.com/koalazak/dorita980#how-to-get-your-usernameblid-and-password:
docker run -it node sh -c "npm install -g dorita980 && get-roomba-password 192.168.1.93"
Und hin­ter­her mal nach­se­hen, was wir so an Daten gela­den haben dafür:

~$ docker images
REPOSITORY          TAG                 IMAGE ID            CREATED             SIZE
node                latest              7354979df4ec        10 days ago         939MB
~$

Ein knap­pes Giga­byte! Um ein Paß­wort via API her­aus­zu­be­kom­men!!!

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Lesen, Kinder. Buch vs. Ebook. Und: Alte Übersetzungen der Klassiker.

Jetzt ist mei­ne Klei­ne (11) explo­diert, und das kam so:
Ich woll­te schon seit 2018 den neu­en Kind­le haben, wegen der pla­nen Ober­flä­che. Selbst­ver­ständ­lich ist das kein Grund für ein neu­es Gerät von immer­hin 100 Euro. Es sei denn, ich bekom­me die Klei­ne dazu, mir mei­nen alten abzu­neh­men 🙂 Und so konn­te ich sie beschwat­zen (Neben­bei: Sie dach­te, man kauft das Teil und hat dann nur die Bücher drauf, die man mit­kauft und kann nie ande­re drauf­pa­cken. Nach­dem ich sie über ihren Irr­tum auf­ge­klärt hat­te, woll­te sie unbe­dingt mei­nen Kind­le haben, wir haben dann zwi­schen Ama­zon Black Fri­day und Weih­nach­ten uns mein Gerät geteilt)
Ihr “gro­ßer” Bru­der (13) liest schon seit 2 Jah­ren auf Kind­le, der frißt gera­de Moers Zamo­ni­en-Rei­he, ihr ist der Umgang mit einem e‑Reader also durch­aus ver­traut.
Seit Weih­nach­ten sind Feri­en, und so habe ich fast jeden Abend im Ehe­bett:

  • eine Gat­tin
  • eine Toch­ter
  • einen Sohn
  • einen Kater

Das wird dann eng, wenn ich dazu­kom­me…
Die Klei­ne ver­schlingt jeden Abend ca. 2 Stun­den Caro­la Fun­ke, die Tin­ten­herz-Roma­ne.

Sie haben bei­de schon vor den Kind­les gele­sen, auch viel. Har­ry Pot­ter jeden­falls voll­stän­dig. Aber ich behaup­te: die E‑Reader machen das Lesen ein­fa­cher. Kei­ne dicken Wäl­zer im Bett, kei­ne Pro­ble­me mit dem Licht. Wahr ist aller­dings auch: Es geht etwas ver­lo­ren, näm­lich das Ver­hält­nis zum phy­si­schen Gegen­stand Buch. Als ich in ihrem Alter war, hat­te mei­ne Groß­mutter ihre Enkel mit Büchern ver­sorgt. Das waren aber kei­ne ein­fa­chen Taschen­bü­cher, son­dern groß­for­ma­ti­ge, reich illus­trier­te Bücher. Ste­ven­son, Swift, Ver­ne, Klas­si­ker halt. Faden­bin­dung, hohe Qua­li­tät, und das kos­te­te wenig. Auch ein Grund für “Lese­land DDR”. Das geht natür­lich kom­plett ver­lo­ren, selbst wenn Illus­tra­tio­nen im E‑Book sind. Ein gut gemach­tes Buch ist hohe Kunst, die unwei­ger­lich ver­lo­ren gehen wird, so wie es auch kei­nen mehr gibt, der das Book of Kells abschreibt. Das ist sehr scha­de, aber unver­meid­bar. Und noch etwas sehe ich lei­der ster­ben: Das Stö­bern. Noch als jun­ger Mensch war bei Besu­chen oft­mals die Begut­ach­tung des gast­ge­ber­li­chen Bücher­re­gals völ­lig nor­mal. Und natür­lich hat man auch mal ein Buch raus­ge­nom­men und den Besit­zer benei­det, weil er die gebun­de­ne, man selbst aber nur die Taschen­buch­aus­ga­be hat­te. Oder er hat­te die unzen­sier­te Luch­ter­hand-Aus­ga­be von Kas­san­dra — Waaaahn­sinn! Im Kind­le-Shop stö­bern ist da nicht ver­gleich­bar.
Aber, nun: so ist es eben.
Wich­tig ist: sie lesen. Solan­ge Kin­der lesen, ist alles gut.

Zwei­tes, damit nur leicht zusam­men­hän­gen­des The­ma: Klas­si­ker-Über­set­zun­gen. Ich neh­me mal, da eige­ne Erfah­rung, Dos­to­jew­skis Schuld und Süh­ne als Bei­spiel. Kei­ne leich­te Kost, soll­te man aber zumin­dest mal ver­sucht haben. Jre­den­falls gibt es bei all die­sen fremd­spra­chi­gen Klas­si­kern immer wenigs­tens 2 Vari­an­ten: Eine (oder meh­re­re) moder­ne Über­set­zun­gen und wenigs­tens eine alte Über­set­zung. Die Gren­ze zwi­schen modern und alt läßt sich berech­nen: now() - 70 Jahre. Weil auf Dos­to­jew­skis Werk zwar kein Copy­right mehr liegt, auf den Über­set­zun­gen aber schon, sofern der Über­set­zer noch kei­ne 70 Jah­re tot ist. Das­sel­be gilt übri­gens für Noten: JSB ist zwar schon 1750 gestor­ben, des­we­gen darf man aber sein WO, wie es bei Breit­kopf & Här­tel erschie­nen ist, nicht ein­fach kopie­ren.
Zurück zu den Über­set­zun­gen: Natür­lich schielt man zu den gemein­frei­en, ein­fach weil die ent­we­der spott­bil­lig sind (in der Regel ein Euro) oder gar ganz kos­ten­los. Aber sie sind dann eben auch sprach­lich min­des­tens 70 Jah­re alt, viel­leicht auch 100 oder gar mehr. Das liest man. Aber ist das schlecht? Ich bin nicht sicher. Schuld und Süh­ne ist 1866 erschie­nen, da haben die Rus­sen anders als heu­ti­ge Rus­sen und die Deut­schen anders als heu­ti­ge Deut­sche geschrie­ben. Inso­fern wäre doch eine alte Über­set­zung näher am Ori­gi­nal als eine moder­ne?
Ande­rer­seits: 1866 war das ein moder­ner Roman. Inso­fern wäre doch eine moder­ne Über­set­zung näher am Ori­gi­nal als eine alte?

 

Jeden­falls kann ich nur eins emp­feh­len: Gebt den Kin­dern was zu Lesen!

Der rest wird dann schon 🙂

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