Der Kreml auf Jan Mayen

Kris­ti­an und Johan hat­ten Geburts­tag — herz­li­chen Glückwunsch!
Was mich neu­gie­rig gemacht hat: Der Kreml.
Kreml auf Jan Mayen
War­um hat eine Hüt­te auf Jan May­en den Namen “Kreml 1958”?
Nun, Olon­kin­by­en wur­de ab 1958 gebaut, und die Bau­ar­bei­ter muß­ten ja irgend­wo unter­kom­men, Und so wur­den meh­re­re Hüt­ten gebaut, aus Treib­holz. Das Treib­holz auf Jen May­en kommt aus Sibi­ri­en. Und des­halb nann­te man damals die Hüt­ten scherz­aft “Kreml”

Habe ich im Inter­net irgend­wo gelesen!

 

#addic­ted­to­the­arc­tic

Neue Brille

nach zehn oder so Jah­ren, die Augen­ärz­tin war baß erstaunt.
Die Wer­te haben sich kaum geän­dert, nur im Nah­be­reich signi­fi­kant. Sie mein­te, das sei nun mal im Alter so.

Vor­hin habe ich die Bril­le geholt, ich hab’ alles drin: helio­troph, Kunst­stoff, ent­spie­gelt, beschich­tet, dün­ner geschlif­fen und: Gleit­sicht. Die alte war auch eine Gleit­sicht­bril­le, aber schein­bar anders geschlif­fen, jeden­falls jetzt sehe ich am Rech­ner mit der neu­en unge­nau­er als mit der alten, Gott sei für das Ein­zoo­men in den Bild­schirm gedankt.

Wird wohl ein paar Tage dau­ern, bis ich mich dar­an gewöhnt habe.

Umberto Eco, der Friedhof in Prag

Man soll­te die­ses Buch ein­mal lesen. Dann soll­te man neu­zeit­li­che ita­lie­ni­sche und fran­zö­si­sche Geschich­te stu­die­ren, dann den Roman noch­mal lesen. Dann euro­päi­sche Reli­gi­ons­ge­schich­te und fran­zö­si­sche Lite­ra­tur stu­die­ren, ein paar Jahr­zehn­te über die­se Fel­der for­schen und dann den Roman noch­mal lesen.

Hab’ ich alles nicht, und so ste­he ich nach Ende der Lek­tü­re mit offe­nem Maul da: Woher hat der Mann all das Wis­sen, was für ein Gehirn hat er, all die fast unsicht­ba­ren Quer­ver­bin­dun­gen zu fin­den, wann hat der all die Quel­len gele­sen und wie in sei­nem Gehirn auf­be­wahrt? Mir kommt Sher­lock – Sein letz­ter Schwur in den Sinn, Magnus­sens Gedan­ken­pa­last. Eco war unfaß­bar gebil­det, und das macht die Lek­tü­re zum Genuß, aber auch zur stän­di­gen Her­aus­for­de­rung — des­halb mein scherz­haf­ter Vor­schlag Lesen — Stu­die­ren — Lesen — Stu­die­ren — Lesen.

Die Geschich­te ist wild: Sie spielt in Ita­li­en und dann in Frank­reich in der zwei­ten Hälf­te des 19. Jahr­hun­derts. Der “Held” namens Simo­ni­ni ist ein Doku­men­ten­fäl­scher und wird wäh­rend des Romans zum viel­fa­chen Mör­der. Er nimmt an Gari­bal­dis Feld­zü­gen teil, die nach der Erobe­rung des Kir­chen­staa­tes in der ita­lie­ni­schen Eini­gung enden. Danach lebt er in Paris (wo er auch den jun­gen Sig­mund Freud ken­nen­lernt), dient sich erfolg­reich diver­sen Geheim­diens­ten an, erlebt die Pari­ser Kom­mu­ne, er ermög­licht mit sei­nen Fäl­schun­gen die Drey­fus-Affä­re; sein größ­ter “Erfolg” aber ist die Mit­er­fin­dung der Pro­to­kol­le der Wei­sen von Zion. Allein wie Eco die Geschich­te der Pro­to­kol­le auf­drö­selt ist groß­ar­ti­ge Literatur.
Simo­ni­ni haßt Frau­en, noch mehr haßt er Juden.
Das ist dann auch das eigent­li­che The­ma des Romans: der Anti­se­mi­tis­mus als größ­te Ver­schwö­rungs­theo­rie der Geschich­te. Anti­se­mi­tis­mus hat eine ganz lan­ge Geschich­te, und im Frank­reich des aus­ge­hen­den 19. Jahr­hun­derts war er offen­sicht­lich Main­stream, durch alle reli­giö­sen und poli­ti­schen Lager (ja, auch bei den Linken)

Eco war auch ein Schalk: Das ist nicht ein­fach ein Roman, aus einer Ich- oder einer Erzäh­ler­per­spek­ti­ve geschrie­ben. Nein. Simo­ni­ni schreibt ein Tage­buch, das ist die Grund­la­ge des Romans. Aber Simo­ni­ni ist auch schi­zo­phren, sein alter ego ist ein Abbé, der sei­ner­seits das Tage­buch ergänzt und berich­tigt. Und noch: Bei­de tre­ten in Dia­log, reden in dem Tage­buch (aber nicht rea­li­ter) mit­ein­an­der, strei­ten, belei­di­gen sich gar.
Doch damit nicht genug, es tritt dann noch eine drit­te, kom­men­tie­ren­de Per­son auf, namen­los, sie nennt sich nur der ERZÄHLER. Da kann einem schon mal der Kopf schwirren 🙂

Ja aber auch das ist nicht genug: Eco wäre nicht er, wür­de er nicht mit dem Leser spie­len. Und so sind ALLE (bis auf Simo­ni­ni und natür­lich den Abbé) Per­so­nen in dem Roman, und das sind ver­dammt vie­le, his­to­risch belegt. Und sie han­deln in dem Roman so, wie sie auch zu Leb­zei­ten gehan­delt haben.
Das wird mit einem aus­führ­li­chen Per­so­nen­ver­zeich­nis belegt, dazu kommt eine aus­führ­li­che Zeittafel.

Kurz: Wahn­sinn!

Noch eine Bemer­kung zur Aus­ga­be: Ich lese ja fast aus­schließ­lich Kind­le, in die­sem Fal­le war es ein Feh­ler: Das Buch ist lieb­los gesetzt, zwei- und andert­halb­zei­li­ge Abstän­de sprin­gen wild durch­ein­an­der, Font­grö­ßen eben­so, es gibt recht vie­le zeit­ge­nös­si­sche Illus­tra­tio­nen (die natur­ge­mäß auf einem E‑Reader eher nicht gut aus­se­hen). Fuß­no­ten sind halb­her­zig umge­setzt — aber was gar nicht geht: Man hat kein X‑Ray ver­wen­det, eine Tech­no­lo­gie, wie geschaf­fen für Bücher mit vie­len Per­so­nen, vie­len Hand­lungs­or­ten wie hier.
Kurz: die gebun­den Aus­ga­be wäre wohl sinn­vol­ler gewesen.

Lese­emp­feh­lung? Wollt ihr mich verarschen?

#aus­ge­le­sen

Die Impfmaschine stampft

jeden­falls in mei­nem Städt­chen. Ich hat­te nach Online-Regis­trie­rung einen Impf­ter­min zwei Tage spä­ter. Allein die­se Tat­sa­che ist bemer­kens­wert. Das Impf­zen­trum ist in einem ziem­lich her­un­ter­ge­kom­me­nen Indus­trie­ge­biet, ich den­ke mal, wegen der gut geeig­ne­ten Halle.
An der Zufahrt stand ein San­k­ra vom DRK mit ein paar Sani­tä­tern, deren Auf­ga­be mir unklar blieb. Aber fröh­lich waren sie 😉 Danach gings ins Gebäu­de, erst­mal in ein Vor­zim­mer, in dem zwei Bun­des­wehr­sol­da­ten die Per­so­nen­da­ten auf­nah­men und den Aus­weis kon­trol­lier­ten, Danach ging es direkt ins War­te­zim­mer. Da stan­den viel­leicht 20, 25 Stüh­le, die immer zu ca. 90% belegt waren. Jeder Stuhl natür­lich mit ordent­li­chem Abstand zum nächs­ten. Die Stüh­le wur­den zuge­wie­sen. Kaum saß ich, kam auch schon der nächs­te Sol­dat, sam­mel­te Per­so und Imfausweis

ein, kam kurz dar­auf mit bei­den plus Papier­kram wie­der zurück. Der Papier­kram war dann eine Beleh­rung über die Imp­fung und dann For­mu­la­re: Name, Geburts­da­tum, Fra­gen nach Vor­er­kran­kun­gen usw, Ana­mne­se halt. Alles schön mit Kugel­schrei­ber auf einem Klemm­brett, nicht so:

Die Sol­da­ten, ein paar Mit­ar­bei­ter des THW waren auch dabei, küm­mer­ten sich freund­lich und zuvor­kom­mend um die ja oft über­for­der­ten Impf­lin­ge, die waren teils schon ganz schön klapp­rig, auch geis­tig. Die haben das wirk­lich gut gemacht, es herrsch­te eine fast ent­spann­te Atmosphäre.

Dann gab es fünf “Impf­stra­ßen”. Das waren immer zwei hin­ter­ein­an­der­ge­schal­te­te Zim­mer, im ers­ten eine Ärztin/ein Arzt für eine kur­ze Auf­klä­rung (der Impf­stoff ist gut, die­se und jene Neben­wir­kun­gen kön­nen auf­tre­ten, noch Fra­gen?). Soweit zu sehen, waren das alles jun­ge Medi­zi­ner, viel­leicht um die 30 Jah­re alt. Dar­in hielt ich mich viel­leicht 2 Minu­ten auf, wenn über­haupt, dann gings ins nächs­te Zim­mer wei­ter, in dem dann die Imp­fung statt­fand. auch hier ein jun­ger Arzt, sehr freund­lich. Das war dann in einer Minu­te erle­digt, dann gings wie­der raus in einen “Nach­war­te­raum”. Hier muß­te ich dann mein Klemm­brett mit Lauf­zet­tel wie­der abge­ben und noch 15 Minu­ten war­ten. Wenn man in die­sen 15 Minu­ten nicht umfiel, durf­te man dann geimpft das Impf­zen­trum wie­der verlassen.

Alles in allem war ich viel­leicht 30 Minu­ten im Impf­zen­trum, inklu­si­ve der 15 Minu­ten “danach”. Logis­tisch war das alles pro­fes­sio­nell auf­ge­zo­gen, dazu mit freund­li­chem und hilfs­be­rei­tem Per­so­nal. Der Durch­satz war wirk­lich beeindruckend.

Ein gro­ßes Dan­ke­schön an alle direkt und indi­rekt Betei­lig­ten! Applaus! 👏👏👏

Ich glau­be, die Schei­ße geht ihrem Ende ent­ge­gen, end­lich haben wir die Mittel.

Die Pandemie ist beendet

denn: es gibt wie­der Flugtee!!!

Vori­ges Jahr gab es gar kei­nen Flug­tee (bzw. nur win­di­ge Ange­bo­te im Inter­net), die­ses Jahr gibts also wie­der wel­chen. Ähn­lich mit dem nepa­le­si­schen Tee. Ich hat­te immer Guran­se, aber den gab es vori­ges Jahr auch nicht, eben­so­we­nig die­ses Jahr.
Aber wie man auf obi­gem Foto sieht: the­re is a new kid on the block: Jun Chiya­ba­ri. Ich bin gespannt.

#Tee

Tag der Befreiung

Heu­te ist der 8. Mai, der für gewöhn­lich als Tag der Befrei­ung (mit DDR-Ergän­zung: vom Hit­ler­fa­schis­mus) began­gen wird. Ich weiß nicht war­um: 2021 scheint das fast kom­plett ver­ges­sen wor­den zu sein, jeden­falls in den Leit­me­di­en kommt das Datum schein­bar nicht pro­mi­nent vor. COVID? Ich weiß es nicht.

Als gelern­ter Ossi weiß ich: Der 8. Mai 1945 war der Tag, an dem die Rote Armee Deutsch­land vom Hit­ler­fa­schis­mus befrei­te. Nur: Seit ich Götz Aly gele­sen habe ist mir ziem­lich klar: Um vom Faschis­mus befreit wer­den zu kön­nen, hät­te Deutsch­land vom Faschis­mus besetzt sein müs­sen. Jedoch die Wahr­heit ist wohl: Die Deut­schen ins­ge­samt haben vom Faschis­mus pro­fi­tiert, und auch nach­dem der Krieg nach Deutsch­land ein­fiel, haben sich die aller­meis­ten Deutsch wei­ter hin­ter die Faschis­ten gestellt — weil sie Klein­fa­schis­ten waren?

Jeden­falls: Nein, der 8. Mai ist kein Tag der Befrei­ung. Ich kann mei­nen Vor­fah­ren (mei­ne bei­den Opas sind im Osten gefal­len) nicht unter­stel­len, sie sei­en von den Nazis unter­drückt worden.

Oh ja: Die KZs und ihre Häft­lin­ge wur­den befreit. Aber nicht am 8. Mai, und es waren wohl auch kaum Deut­sche, die dort befreit wurden.

Ich weiß nicht, ob ich den 8. Mai als Tag der Nie­der­la­ge bezeich­nen soll­te. Viel­leicht ja, aber ich befürch­te, das wäre miß­ver­ständ­lich. Ich möch­te bit­te nicht mit irgend­wel­chen Rech­ten ver­wech­selt werden.

Also viel­leicht tech­nisch: Der 8. Mai ist der Tag der Kapi­tu­la­ti­on und des Neuanfangs.

Aber nicht der Befrei­ung, so bil­lig kann ich mei­ne Vor­fah­ren nicht davon­kom­men lassen.

Das Wurstblatt

jubi­liert heu­te ganz­sei­tig auf der Lokal­sei­te über den Plan eines Inves­tors für ein Sta­di­on, Sport­hal­len, Mini­golf, Hotel­kom­plex, eigent­lich fehlt nur ein Start/Landeplatz für Flugtaxis.

Der JOHO Sport­park vom Geschäfts­füh­rer der JH Hol­ding. Jonas Holtz, ein auf­stre­ben­der 33-jäh­ri­ger mit hof­fent­lich noch gesun­dem Ego, so ganz sicher bin ich mir bei der Fra­ge der Gesund­heit frei­lich nicht.

Moment, war der nicht schon vor­ges­tern in der­sel­ben Zeitung?
Ja, war er:

Der Arti­kel war dann weit­aus kri­ti­scher, weil: Uns Toni, den bedeu­tends­ten Greifs­wal­der seit und vor Rudolf Dit­zen, den darf man nicht übern Tisch zie­hen! Nienicht!!!
Tenor die­ses Arti­kels: ein win­di­ger Schnö­sel mit einem kaum durch­schau­ba­ren Fir­men­ge­flecht. Da scheint was dranzusein:

Moment mal: sowas habe ich doch schon­mal gese­hen, die­sel­be Regi­on, sel­bes Alter, sel­ber Schnö­sel­grad, sel­be Seriösität?

Die adca­da GmbH ist eine kon­zern­lei­ten­de Mut­ter­ge­sell­schaft der ADCADA Unter­neh­mens­grup­pe, die die Berei­che Han­del, Immo­bi­li­en, Finan­zen sowie Mar­ke­ting abdeckt. Dar­über hin­aus ist die adca­da GmbH in der Akqui­si­ti­on wei­te­rer Betei­li­gun­gen und gege­be­nen­falls in Des­in­ves­ti­tio­nen tätig. Sie gibt die stra­te­gi­sche Aus­rich­tung für die Geschäfts­be­rei­che vor und schafft bzw. stärkt durch geeig­ne­te inves­ti­ve und / oder kom­mu­ni­ka­ti­ve Maß­nah­men die Vor­aus­set­zun­gen für Wachs­tum und die Nut­zung von Synergien.

War­ren Buf­fett kann ein­pa­cken — hey, hier kommt Jonas! Vor­hang auf für sei­ne Horror-Show!

Ja: Die Adca­da-Grup­pe. mit Ben­ja­min Kühn an der Spit­ze. Sind nur alle gera­de ein ganz klein wenig plei­te.

Bei sehr ähn­li­chen Fir­men­kon­struk­ten kann ich mir eine Gegen­über­stel­lung der Gesich­ter nicht verkneifen:

 

Es sei natür­lich nur der Voll­stän­dig­keit wegen ange­merkt, daß das Wurst­blatt auch Ben­ja­min und sei­ne Adca­da-Grup­pe hoch­ge­jazzt hat­te: “Hach, einer von hier! Und noch so jung! Und soooo sympathisch!!”

Und so darf man gespannt blei­ben, was die Sta­di­on­plä­ne betrifft. Ich suche mir der­weil einen Logen­platz mit Popcorn…