Kategorie: Krimskrams

Stefan Heym: Der König David Bericht

Was für eine irre Geschich­te! Mord, Inzest, Homo­se­xua­li­tät, Sex sowie­so, Abschlach­ten von tau­sen­den Fein­den, Macht­po­li­tik, alles was eine BILD-Sto­ry braucht.
Und alles im AT belegt.

Der Plot: König Salo­mo braucht, wie jeder anstän­di­ge Des­pot, eine Legi­ti­mie­rung sei­ner Herr­schaft. Anno dun­nemals legi­ti­mier­te man als Herr­scher sich über den Vater: König David. Und so wird eine arme Sau, Geschichts­schrei­ber, der Ich-Erzäh­ler und Held der Geschich­te, aus­er­ko­ren, eine Geschich­te des König Davis zu schrei­ben, aber natür­lich nur: Um die Herr­schaft von König Salo­mo zu legitimieren.

Der Schrei­ber (Namen ver­ges­sen, kann man sicher­lich goog­len), ist eine arme Sau. er wird zwar in die Geschichts­kom­mis­si­on auf­ge­nom­men, hat aber nur eine Auf­ga­be: Geschich­te schrei­ben. Doch was ist das: Geschichts­schrei­bung? Geschich­te auf­schrei­ben, so wie sie war? Wie war sie denn? Unser Schrei­ber fragt Zeit­zeu­gen, alle schon, so sie denn noch leben, alt. Wor­an erin­nern sie sich? Wor­an nicht?
Doch das ist alles nicht das Pro­blem: Die­ses ist: Er muß Salo­mo als legi­ti­men Nach­fol­ger von David his­to­ri­sie­ren, doch es stellt sich raus: David war in vie­ler­lei Hin­sicht ein Arsch­loch, ein Dreck­sack, ein Mist­kerl. Zeu­gen und Bewei­se gibt es genug. Und nun?

And now for some­thing com­ple­te­ly dif­fe­rent: Sta­lin und Lenin. Denn das ist ein The­ma des Romans: Sta­lin kann nur als legi­ti­mer Nach­fol­ger von Lenin Lan­des­va­ter sein. (Ich lese gera­de Archi­pel Gulag: Nicht Sta­lin hat den Ter­ror ein­ge­führt: Lenin war es)
Da kommt eine Figur in dem Roman vor; Bena­ja Ben Jeho­ha­ja, Chef der Klop­per­trup­pe. Ich lese das also und stol­pe­re; Jeho­ha­ja hört sich sehr nach Jago­da an — aber da haben mein Syn­ap­sen wohl hyper­ven­ti­liert. Hät­te aber wun­der­bar gepaßt.

In mei­nen Augen hat der Roman drei Themen:

  • Der ganz nor­ma­le Sta­li­nis­mus, der etwas ver­langt. Und wer der Erwar­tung nicht ent­spricht, wird erschos­sen, erschla­gen, ausradiert.
  • Die zurück­ge­nom­me­ne Auf­ar­bei­tung des Sta­li­nis­mus unter Breshnew.
  • Die Rol­le des Historikers/Schriftstellers.

Anfangs bin ich mit der (geküns­telt) alter­tüm­li­chen Spra­che nicht warm gewor­den; man gewöhnt sich daran.

Es gibt in dem Roman unüber­sicht­lich vie­le Per­so­nen und Orte (war mag, kann ja die ent­spre­chen­den Stel­len im AT nach­le­sen, dort wird es nicht anders sein) — da hät­te man X‑Ray in das E‑Book ein­bau­en nicht nur sol­len, son­dern müssen.

 

Lese­emp­feh­lung? Ja, ganz klar.

 

#aus­ge­le­sen

Der Kreml auf Jan Mayen

Kris­ti­an und Johan hat­ten Geburts­tag — herz­li­chen Glückwunsch!
Was mich neu­gie­rig gemacht hat: Der Kreml.
Kreml auf Jan Mayen
War­um hat eine Hüt­te auf Jan May­en den Namen “Kreml 1958”?
Nun, Olon­kin­by­en wur­de ab 1958 gebaut, und die Bau­ar­bei­ter muß­ten ja irgend­wo unter­kom­men, Und so wur­den meh­re­re Hüt­ten gebaut, aus Treib­holz. Das Treib­holz auf Jen May­en kommt aus Sibi­ri­en. Und des­halb nann­te man damals die Hüt­ten scherz­aft “Kreml”

Habe ich im Inter­net irgend­wo gelesen!

 

#addic­ted­to­the­arc­tic

Neue Brille

nach zehn oder so Jah­ren, die Augen­ärz­tin war baß erstaunt.
Die Wer­te haben sich kaum geän­dert, nur im Nah­be­reich signi­fi­kant. Sie mein­te, das sei nun mal im Alter so.

Vor­hin habe ich die Bril­le geholt, ich hab’ alles drin: helio­troph, Kunst­stoff, ent­spie­gelt, beschich­tet, dün­ner geschlif­fen und: Gleit­sicht. Die alte war auch eine Gleit­sicht­bril­le, aber schein­bar anders geschlif­fen, jeden­falls jetzt sehe ich am Rech­ner mit der neu­en unge­nau­er als mit der alten, Gott sei für das Ein­zoo­men in den Bild­schirm gedankt.

Wird wohl ein paar Tage dau­ern, bis ich mich dar­an gewöhnt habe.

Die Pandemie ist beendet

denn: es gibt wie­der Flugtee!!!

Vori­ges Jahr gab es gar kei­nen Flug­tee (bzw. nur win­di­ge Ange­bo­te im Inter­net), die­ses Jahr gibts also wie­der wel­chen. Ähn­lich mit dem nepa­le­si­schen Tee. Ich hat­te immer Guran­se, aber den gab es vori­ges Jahr auch nicht, eben­so­we­nig die­ses Jahr.
Aber wie man auf obi­gem Foto sieht: the­re is a new kid on the block: Jun Chiya­ba­ri. Ich bin gespannt.

#Tee

Corona und ich

Ver­gli­chen mit den Enkeln bin ich ja alt, den einen muß­te ich schon vor Jah­ren ent­er­ben.

Den­noch sehe ich die Inzi­denz-Zah­len. Pro Tag so zwi­schen 15 und 20k Neu­erkran­kun­gen momen­tan, seit Wochen, Angeb­lich sind nach­weis­lich etwa drei Mil­lio­nen Men­schen in Deutsch­land erkrankt mitt­ler­wei­le; die Dun­kel­zif­fer ist unbe­kannt. Die Pan­de­mie haben wir seit über einem Jahr auch hier in Deutsch­land, da ist es ja eher eine Fra­ge der Wahr­schein­lich­keit, wann es mich erwischt.
Und so hor­che ich seit Mona­ten in mich rein: Das Hüs­ter­chen, ist das noch nor­mal? Das klei­ne Krat­zen im Hals?
Ich glau­be nicht, daß das was mit Hypo­chon­drie zu tun hat, eher mit der Erkennt­nis, nicht mehr zu den Jun­gen zu gehö­ren, ja, auch nicht mehr zu den Mittelalten.

Mit ande­ren Wor­ten: Ich freue mich, wenn ich mit der Imp­fung dran bin. Bis dahin: Mas­ke auf!

Gendern für ganz weit Fortgeschrittene

In Pots­dam hat eine Frau in einer Ein­rich­tung für Behin­der­te vier Men­schen getö­tet. Stand jetzt kennt wohl nie­mand die Hin­ter­grün­de — und sie sind für die­sen Post auch unwichtig.

Ich lese:

sofern sich der*die Täter*in nicht äußert.

Der/die kann man halb­wegs ele­gant kaum gen­dern — und es ist auch völ­lig egal: Ein Blick ins Web zeigt: Es war eine Frau. Punkt. Die muß man nicht gendern.
Zuge­ge­ben bin ich, was Spra­che betrifft, kon­ser­va­tiv. Schü­le­rin­nen und Schü­ler emp­fin­de ich als völ­lig nor­mal, und daß das GG kein Bun­des­kanz­le­rin kennt — Frau Mer­kel hat es über­lebt. Schü­lerx hin­ge­gen — nein, bit­te nicht, nie.

Und wenn dann wie im Bei­spiel gegen­dert wird, wo es nun wirk­lich gar kei­nen Grund gibt, nur weil die PC es ver­langt, dann soll­ten wir alle fröh­lich auf die PC scheißen.

Adobe :-(

Vor einem oder so Monat habe ich in mei­nem iMac die inter­ne HDD gegen eine SSD tau­schen las­sen (nein, das kann man kaum sel­ber machen)
Jeden­falls: Nach anfäng­li­chen Schwie­rig­kei­ten (die neue SSD woll­te sich erst nicht mit der alten, inter­nen und klei­nen SSD zu einem Fusi­on Dri­ve¹ ver­bin­den las­sen, das ging dann aber) habe ich ein aktu­el­les MacOS drauf­be­kom­men und alle Daten aus dem Back­up zurückbekommen.
Aller­dings hat­te ich einen Feh­ler gemacht: Das Lauf­werk mit APFS und Groß/Kleinschreibung for­ma­tiert. Anstän­di­ge Datei­sys­te­me unter­schei­den schließlich.
Ja, alles hat funktioniert.
Bis zu dem Zeit­punkt, zu dem Ado­be Crea­ti­ve Cloud sich updaten woll­te. Tja, und das geht nur, wenn das Datei­sys­tem case insen­si­ti­ve ist.
Es geht nicht ein­mal auf einem exter­nen Lauf­werk, das case insen­si­tiv ist. Idioten 🙁
Also habe ich umfor­ma­tiert, was natür­lich nur unter Ver­lust der kom­plet­ten Par­ti­ti­on geht. Glück­li­cher­wei­se hat Apple ein anstän­di­ges Back­up­kon­zept, und so wird gera­de alles zurück­ge­spielt. Das Back­up liegt auf dem Raspi im Kel­ler, des­sen Ether­net gera­de glüht.

All soft­ware sucks.

 

#Unmut


¹ Apple Sprech für logi­cal volume