Kategorie: Sophia

Waldspaziergang

 

Um Mit­tag her­um, die Gat­tin auf Arbeit, der Sohn bei den legen­dä­ren Kage­nower Andor-Näch­ten 😀

Also habe ich mir in glei­ßen­der Son­ne und brü­ten­der Hit­ze die Klei­ne geschnappt (Jubel­schreie über­all). Wir waren im Eli­sen­hain und haben Frö­sche beob­ach­tet, die­sen zum Bei­spiel.

Nun, es kam, wie es kom­men muß­te: Nach­dem die Gat­tin von Schicht zurück war, muß­te sie, bewaff­net mit Kescher und Glas und Toch­ter, mit sel­bi­ger in den Wald und einen Frosch fan­gen.

Darf ich vor­stel­len:

Fran­k­lin der Frosch!

Hier noch im Trans­port­glas.

In der ollen Baby-Bade­wan­ne auf der Ter­ras­se.

Clo­se­up. Im Auge spie­gelt sich der Sohn vor dem Haus­gie­bel.

Ich hof­fe ja instän­dig, daß Fran­k­lin heu­te nacht den Weg aus dem Knast in die Frei­heit fin­det — die Frei­heit ist der Bach 30 Meter öst­lich.

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Chance vertan

Heu­te hat bei uns in M‑V der Regel­schul­be­trieb wie­der begon­nen. Bei uns zwei Kin­der, 8. und 6. Klas­se.
Was auf­fällt: Es wird mit aller Macht ver­sucht, eine hei­le Welt wie vor Coro­na zu ver­mit­teln. Die Klas­sen­räu­me sind voll, kei­ne Abstands­re­geln, kein Mund/Nasenschutz. Ja, auf dem Schul­hof sol­len sich die Grup­pen nicht ver­mi­schen. Aber das ist natür­lich Augen­aus­wi­sche­rei — die Leh­rer wech­seln zwi­schen den Klas­sen.

Aller­dings ist das weni­ger der Punkt, über den ich mich bekla­gen möch­te. Die­ser ist der: Die Bil­dungs­po­li­ti­ker hat­ten 5 Mona­te Zeit, den Weg in ein moder­nes Lehr­sys­tem wenigs­tens ein­zu­schla­gen, mit Online-Ange­bo­ten, ja, Video­kon­fe­ren­zen, Lern­platt­for­men, ihr könnt die Lis­te um vie­le Punk­te ergän­zen. Doch was ist pas­siert?
Nichts! Wirk­lich gar nichts! 5 Mona­te ver­lo­re­ne Zeit!!! Die bemit­lei­dens­wer­ten Ver­su­che vie­ler Leh­rer, über Mail­ver­tei­ler, Zoom oder sonst­was Schu­le zu machen will ich gar nicht nie­der­re­den, aber das ist nicht das, was man sich unter Bil­dungs­po­li­tik vor­stellt.

Das All­er­min­des­te wäre ja wohl, daß die Län­der ihre Lan­des­re­chen­zen­tren ver­pflich­ten­de Ange­bo­te an die Schu­len für E‑Learning machen lie­ßen. Mood­le oder etwas in die­ser Rich­tung fällt mir ein.

Lei­der schei­nen in allen Län­dern und im Bund sämt­li­che Bil­dungs­po­li­ti­ker kürz­lich auf einen Schlag ver­stor­ben zu sein.
Es sind aber auch die Leh­rer, vor allem die an Schu­len mit älte­ren Schü­lern: Ein viel zu gro­ßer Teil von ihnen macht tea­ching as usu­al: Haben wir schon immer so gemacht. Ich wün­sche mir, daß sie ihre Direk­to­ren tre­ten, die dann ihre Vor­ge­setz­ten tre­ten usw.

Coro­na hat die Chan­ce eröff­net, mit dem Umbau des Schul­sys­tems in ein moder­nes zu begin­nen. Die­se Chan­ce wur­de gründ­lich ver­kackt.

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Drama Baby!

Die klei­ne Toch­ter zel­te­te zwei Näch­te mit einer Freun­din auf der Wie­se hin­term Haus.

Abends gegen 10 nahm ich die­ses Foto auf, wobei ich bewußt die Belich­tungs­wer­te aus dem Him­mel genom­men hat­te: erfah­rungs­ge­mäß las­sen sich abge­sof­fe­ne Par­tien eher wie­der­be­le­ben als aus­ge­brann­te.

So also fiel das Foto aus der Kame­ra:

Und das ist es nach Bear­bei­tung 🙂

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Unterrichtsausfall wegen Corona

Für unse­re bei­den Klei­nen, 5. und 7. Klas­se, war heu­te Tag zwei der “gro­ßen Feri­en” — zumin­dest für die Klei­ne, die fei­ert erst­mal ab. Der Gro­ße sieht auch das Lern­de­fi­zit, der ist ver­ant­wor­tungs­be­wuß­ter.

Die Nach­richt über die Schul­schlie­ßun­gen ab ges­tern, also Mon­tag, kamen am Sonn­abend davor, aller­dings nicht wirk­lich über­ra­schend. Alle ande­ren Flä­chen­län­der hat­ten ja schon Schlie­ßun­gen ange­kün­digt.
Und nun wird bit­ter offen­sicht­lich: Die Digi­ta­li­sie­rung wur­de voll ver­kackt, auf allen Ebe­nen. Es gab und gibt ein­fach kei­ne Plä­ne, was zu tun ist, jeden­falls bei uns nicht (sie gehen auf unter­schied­li­che Schu­len)
Im loka­len Wurst­blatt (pay­wal­led, wie 95% im Wurst­blatt — PDF hier) wird betont:

Auf­ga­ben für zu Hau­se zu ertei­len, sei kein Pro­blem. „Wir haben einen E‑Mail-Ver­tei­ler, über den wir alle Eltern errei­chen können“

DAS ist dort “kein Pro­blem” — man hat je einen E‑Mail-Ver­tei­ler🤦‍♂️ Und ab mor­gen soll dann also eine Lern­soft­ware bereit­ste­hen. Das hat man in den letz­ten 10 Jah­ren nicht hin­be­kom­men und will es jetzt in zwei Tagen stem­men? Never! Nicht wenn man sich die Home­page ansieht. Text als Gra­fik — hal­lo Mac­Fly?
Etwas bes­ser ist es beim Gro­ßen: Da hat die Schu­le immer­hin schon ein Mood­le gehabt, bis vor kur­zem fast inhalts­los, aber das wird gera­de gefüllt. Die Log­ins gehen über unver­schlüs­sel­tes HTTP wie die gan­ze Site 😠.

Nun ist es aller­dings unge­recht, zuerst die Schu­len aus­zu­la­chen. Der Gro­ße ist Schü­ler­ver­tre­ter und kam neu­lich von einer Ver­samm­lung zurück: Die Schu­le bekommt 250.000 € für “Digi­ta­li­sie­rung” — das bedeu­tet: Man könn­te in jeden Klas­sen­raum ein Prä­sen­ta­ti­ons­sys­tem stel­len (also Bea­mer, digi­ta­les White­board) — und dann wäre das Geld alle. Rech­ner sind in dem Preis noch gar nicht drin, wahr­schein­lich soll der Leh­rer den Bea­mer von sei­nem pri­va­ten Smart­pho­ne befüt­tern? Tech­ni­sche Schul­den, die die Poli­tik zu ver­ant­wor­ten hat.
Aber nicht nur. Ich habe ja nicht nur klei­ne, son­dern auch gro­ße Kin­der. Die ganz Gro­ße ist Klas­sen­leh­re­rin in einer Grund­schu­le Regio­nal­schu­le in einer Klein­stadt in der Nähe und berich­tet seit Jah­ren, daß die Schul­lei­tung gar kein Inter­es­se an dem neu­mo­di­schen Schnick­schnack hat — “Das haben wir noch nie so gemacht” — sie haben eine ech­te Digi­ta­li­sie­rung nie ein­ge­for­dert, aus Des­in­ter­es­se. Wird wohl nicht die ein­zi­ge Schu­le in DE sein, in der das so ist.

Es gibt also Schu­len wie das Gym­na­si­um des gro­ßen Klei­nen, da ver­sucht man es wenigs­tens. Es gibt Schu­len der Klei­nen, da tut man so als ob, und es gibt Schu­len wie die der Gro­ßen, da sitzt man es aus.

Und alle sind auf sich allein gestellt. Die einen haben ihre Mail bei gmx, ande­re bei Schlund und Part­ner, Home­pages wer­den bei Dienst­leis­tern gehos­ted oder die Schu­le kauft ein­fach Webs­pace irgend­wo — es ist ein Graus.

Bil­dung ist ja (lei­der) Län­der­sa­che. Die Län­der betrei­ben Lan­des­re­chen­zen­tren. Ver­fickt noch mal: Wie­so kann nicht solch ein LRZ sämt­li­chen Schu­len im jewei­li­gen Land eine Platt­form, von Mail über Mes­sen­ger bis zur Lern­platt­form bereit­stel­len?
Was machen die Bil­dungs­mi­nis­ter eigent­lich beruf­lich?

Ich erin­ne­re mich an damals™ bei Goog­le+, als Kris Köhn­topp von der Schu­le sei­nes Soh­nes in Hol­land berich­te­te. Das las sich sehr para­die­sisch.

In die­sem Land gibt es kei­ne digi­ta­le Bil­dungs­po­li­tik, nur eine ama­teur­haf­te Simu­la­ti­on

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Lesen, Kinder. Buch vs. Ebook. Und: Alte Übersetzungen der Klassiker.

Jetzt ist mei­ne Klei­ne (11) explo­diert, und das kam so:
Ich woll­te schon seit 2018 den neu­en Kind­le haben, wegen der pla­nen Ober­flä­che. Selbst­ver­ständ­lich ist das kein Grund für ein neu­es Gerät von immer­hin 100 Euro. Es sei denn, ich bekom­me die Klei­ne dazu, mir mei­nen alten abzu­neh­men 🙂 Und so konn­te ich sie beschwat­zen (Neben­bei: Sie dach­te, man kauft das Teil und hat dann nur die Bücher drauf, die man mit­kauft und kann nie ande­re drauf­pa­cken. Nach­dem ich sie über ihren Irr­tum auf­ge­klärt hat­te, woll­te sie unbe­dingt mei­nen Kind­le haben, wir haben dann zwi­schen Ama­zon Black Fri­day und Weih­nach­ten uns mein Gerät geteilt)
Ihr “gro­ßer” Bru­der (13) liest schon seit 2 Jah­ren auf Kind­le, der frißt gera­de Moers Zamo­nien-Rei­he, ihr ist der Umgang mit einem e‑Reader also durch­aus ver­traut.
Seit Weih­nach­ten sind Feri­en, und so habe ich fast jeden Abend im Ehe­bett:

  • eine Gat­tin
  • eine Toch­ter
  • einen Sohn
  • einen Kater

Das wird dann eng, wenn ich dazu­kom­me…
Die Klei­ne ver­schlingt jeden Abend ca. 2 Stun­den Caro­la Fun­ke, die Tin­ten­herz-Roma­ne.

Sie haben bei­de schon vor den Kind­les gele­sen, auch viel. Har­ry Pot­ter jeden­falls voll­stän­dig. Aber ich behaup­te: die E‑Reader machen das Lesen ein­fa­cher. Kei­ne dicken Wäl­zer im Bett, kei­ne Pro­ble­me mit dem Licht. Wahr ist aller­dings auch: Es geht etwas ver­lo­ren, näm­lich das Ver­hält­nis zum phy­si­schen Gegen­stand Buch. Als ich in ihrem Alter war, hat­te mei­ne Groß­mutter ihre Enkel mit Büchern ver­sorgt. Das waren aber kei­ne ein­fa­chen Taschen­bü­cher, son­dern groß­for­ma­ti­ge, reich illus­trier­te Bücher. Ste­ven­son, Swift, Ver­ne, Klas­si­ker halt. Faden­bin­dung, hohe Qua­li­tät, und das kos­te­te wenig. Auch ein Grund für “Lese­land DDR”. Das geht natür­lich kom­plett ver­lo­ren, selbst wenn Illus­tra­tio­nen im E‑Book sind. Ein gut gemach­tes Buch ist hohe Kunst, die unwei­ger­lich ver­lo­ren gehen wird, so wie es auch kei­nen mehr gibt, der das Book of Kells abschreibt. Das ist sehr scha­de, aber unver­meid­bar. Und noch etwas sehe ich lei­der ster­ben: Das Stö­bern. Noch als jun­ger Mensch war bei Besu­chen oft­mals die Begut­ach­tung des gast­ge­ber­li­chen Bücher­re­gals völ­lig nor­mal. Und natür­lich hat man auch mal ein Buch raus­ge­nom­men und den Besit­zer benei­det, weil er die gebun­de­ne, man selbst aber nur die Taschen­buch­aus­ga­be hat­te. Oder er hat­te die unzen­sier­te Luch­ter­hand-Aus­ga­be von Kas­san­dra — Waaaahn­sinn! Im Kind­le-Shop stö­bern ist da nicht ver­gleich­bar.
Aber, nun: so ist es eben.
Wich­tig ist: sie lesen. Solan­ge Kin­der lesen, ist alles gut.

Zwei­tes, damit nur leicht zusam­men­hän­gen­des The­ma: Klas­si­ker-Über­set­zun­gen. Ich neh­me mal, da eige­ne Erfah­rung, Dos­to­jew­skis Schuld und Süh­ne als Bei­spiel. Kei­ne leich­te Kost, soll­te man aber zumin­dest mal ver­sucht haben. Jre­den­falls gibt es bei all die­sen fremd­spra­chi­gen Klas­si­kern immer wenigs­tens 2 Vari­an­ten: Eine (oder meh­re­re) moder­ne Über­set­zun­gen und wenigs­tens eine alte Über­set­zung. Die Gren­ze zwi­schen modern und alt läßt sich berech­nen: now() - 70 Jahre. Weil auf Dos­to­jew­skis Werk zwar kein Copy­right mehr liegt, auf den Über­set­zun­gen aber schon, sofern der Über­set­zer noch kei­ne 70 Jah­re tot ist. Das­sel­be gilt übri­gens für Noten: JSB ist zwar schon 1750 gestor­ben, des­we­gen darf man aber sein WO, wie es bei Breit­kopf & Här­tel erschie­nen ist, nicht ein­fach kopie­ren.
Zurück zu den Über­set­zun­gen: Natür­lich schielt man zu den gemein­frei­en, ein­fach weil die ent­we­der spott­bil­lig sind (in der Regel ein Euro) oder gar ganz kos­ten­los. Aber sie sind dann eben auch sprach­lich min­des­tens 70 Jah­re alt, viel­leicht auch 100 oder gar mehr. Das liest man. Aber ist das schlecht? Ich bin nicht sicher. Schuld und Süh­ne ist 1866 erschie­nen, da haben die Rus­sen anders als heu­ti­ge Rus­sen und die Deut­schen anders als heu­ti­ge Deut­sche geschrie­ben. Inso­fern wäre doch eine alte Über­set­zung näher am Ori­gi­nal als eine moder­ne?
Ande­rer­seits: 1866 war das ein moder­ner Roman. Inso­fern wäre doch eine moder­ne Über­set­zung näher am Ori­gi­nal als eine alte?

 

Jeden­falls kann ich nur eins emp­feh­len: Gebt den Kin­dern was zu Lesen!

Der rest wird dann schon 🙂

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Erste richtige Radtour des Jahres

und gleich ins Hoch­ge­bir­ge! 196 Meter!!!

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