Kategorie: Politik

Staatliche Leistungen privatisieren

Und hier ein Bei­spiel, wohin das führt (in die­sem Fal­le ein Gefäng­nis):

Wäh­rend ein Eigen­bau nach Schät­zun­gen rund 55 Mil­lio­nen Euro gekos­tet hät­te, sind nun bis zum Jah­re 2026 ins­ge­samt 120 Mil­lio­nen fäl­lig.

Aber das konn­te damals sicher­lich nie­mand aus­rech­nen, da die Mie­te wahr­schein­lich ver­trags­ge­mäß jedes Jahr neu gewür­felt wird?

Das Land ver­fügt teils nur über dürf­ti­ge Bele­ge zum Ver­trags­kom­plex aus den 1990ern.

So kann man “das ist größ­ten­teils off-the-records auf dem Golf­platz aus­ge­han­delt wor­den” gut umschrei­ben.

Letz­te­res Ver­fah­ren – Vor­wurf: Bestech­lich­keit – wur­de wegen Ver­jäh­rung ein­ge­stellt.

Prak­tisch, so eine über­las­te­te Jus­tiz! Soll­te sich jede Regie­rung leis­ten kön­nen!

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Morgen beginnt Medizin 4.0

Jens „Hei­land“ Spahn wird die Zukunft per­sön­lich ein­schal­ten vor der Welt­pres­se 🙂

Im Rah­men einer ein­tä­gi­gen Ver­an­stal­tung am 27. Febru­ar 2019 erhal­ten die bes­ten Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber die Mög­lich­keit, ihre Ide­en im Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Gesund­heit in Ber­lin per­sön­lich vor dem Exper­ten­gre­mi­um und der Öffent­lich­keit zu prä­sen­tie­ren.

Ver­mut­lich wird man eher Sor­ge tra­gen, daß nie­mand von dem Rein­fall berich­ten kann.

#block­chain #bull­shit­bin­go

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Wir haben es verkackt, das Internet

nun reden alle über Arti­kel 13 und wie schlimm das doch alles sei. Wegen der Upload­fil­ter.

Als ich das ers­te mal mit dem Inter­net zu tun bekam, so um 1991 her­um, da hat noch jeder Mail­ser­ver auf der Welt Mails für jeden und von jedem ent­ge­gen­ge­nom­men. Es gab kei­nen Spam, weil es kein Geld zu ver­die­nen gab.
Wir hat­ten im Thur­net einen Web­mas­ter, der allen dyna­mi­schen Con­tent (es gab aus­schließ­lich cgi) in C geschrie­ben hat­te, weil es schlicht nichts ande­res gab, das schnell von stdin nach stdout schrei­ben konn­te.
Wir hat­ten Use­net mit UUCP (spä­ter dann UUCP-over-IP), mit einer robus­ten Archi­tek­tur, von der das Fedi­ver­se 25 Jah­re spä­ter nur träu­men kann. Wir hat­ten gepfleg­te Fla­me­wars, in denen eher mit dem Flo­rett gefoch­ten als wie heu­te mit Knüp­peln auf­ein­an­der ein­ge­schla­gen wur­de.

Natür­lich hielt die Unschuld nicht ewig. Der ewi­ge Sep­tem­ber (die Jugend ist zum Goog­len auf­ge­for­dert) und die Glücks­rit­ter, die einen wei­te­ren Ver­triebs­ka­nal rochen, bei­de haben das Inter­net auch tech­nisch kaputt gemacht.
Ich weiß das, ich betreue Mail­ser­ver, Fire­walls… seit gefühlt acht Jahr­zehn­ten. Die aller­meis­te Arbeit besteht dar­in, die Infra­struk­tur vor den Idio­ten da drau­ßen zu schüt­zen, das ist aber völ­lig unpro­duk­tiv.

Wenn man im Inter­net Geld ver­die­nen will oder doch wenigs­tens die Inves­ti­tio­nen wie­der rein­ha­ben will, dann braucht man wal­led gar­dens. Das ist noch nicht Face­book, das ist erst­mal AOL, Yahoo, MSN… Ja, und die Ent­wick­lung geht dann wei­ter zu Face­book, Twit­ter, Insta­gram … alles bewußt inkom­pa­ti­bel.
Wir alten Säcke haben es damals, als wir noch ver­gleichs­wei­se jun­ge Säcke waren, nicht geschafft, die simp­le Inter­net-Idee: jeder kann Anbie­ter sein, jeder kann Kon­su­ment sein, unse­ren Alters­ge­nos­sen in die DNA zu tackern.

Ich bin nun 57, in dem Alter der alten Män­ner mit Kugel­schrei­bern, die gera­de ihre völ­li­ge Inkom­pe­tenz, in tech­ni­scher wie sozia­ler Hin­sicht, gegen­über dem Inter­net nach­wei­sen. Und ich fra­ge mich: Was hat mei­ne Genera­ti­on falsch gemacht? Eins ganz sicher: Wir sind damals neu­en Nut­zern mit schnei­den­der Über­heb­lich­keit ent­ge­gen­ge­tre­ten — wir woll­ten unter uns Geeks blei­ben. Wer sei­ne Signa­tur nicht mit “-- \n” abge­trennt hat­te, war zum Abschuß frei­ge­ge­ben.
Und die nächs­te Genera­ti­on, also die, die 30 und jün­ger sind, die kennt nur noch das Inter­net der gro­ßen Kon­zer­ne.
Und genau das haben wir alten Säcke wohl ver­kackt: Wir haben das Inter­net den Kon­zer­nen über­las­sen.

Und da gab es und gibt es die cle­ve­ren: Um Kos­ten zu spa­ren, pro­du­ziert man gar kei­nen Con­tent, son­dern läßt die­sen ohne Gegen­leis­tung von den Nut­zern gene­rie­ren — wie geni­al ist das denn? Autoren, die man nicht bezah­len muß! Und das ist dann wohl die Geburts­stun­de der sozia­len Medi­en. Und die Qua­li­tät der Bei­trä­ge kennt nur ein Meß­kri­te­ri­um; Wie lan­ge hält man Nut­zer bei Klick­lau­ne auf dem eige­nen Ange­bot. Nicht wegen der Bei­trä­ge, son­dern wegen der Wer­bung. Des­halb ist es auch völ­lig Wum­pe, ob ein Erklär­bär wirk­lich lesens­wer­te Arti­kel bringt oder ein Impf­geg­ner völ­lig abstru­ses Zeug. Bei­des gene­riert Schein­geld: Page Impres­si­ons.

Mit dem Aus von G+ ent­stand auf ein­mal eine neue Mög­lich­keit: Wer bei G+ war, war dort, weil er nicht zu FB woll­te. Der will auch jetzt nicht zu FB. Da könn­te das Fedi­ver­se als dezen­tra­les sozia­les Netz ein­sprin­gen.
Ich bezweif­le, daß das gelin­gen wird. Es ist noch schlim­mer als damals Use­net und die Tier­net­ze. Ja, irgend­wie kann man mit­ein­an­der reden, weil es ja alles Fedi­ver­se ist. In Wirk­lich­keit aber redet ein Ober­bay­er mit einem Frie­sen, und der Sach­se neben­an reibt sich die Ohren. Jeder ver­steht die Hälf­te.

Und das hat­ten wir alten Säcke (IN e.V.) damals viel­leicht in der Hand: Nut­zer ans Inter­net zu füh­ren. War­um auch immer: es ist uns nicht gelun­gen.

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Tempo 130, nochmal

In Bran­den­burg wur­de unter­such­t¹, wel­che Aus­wir­kun­gen es hat, wenn man einen „frei­en“ Stre­cken­ab­schnitt auf 130 begrenzt. Nicht wür­de, hät­te, könn­te, son­dern sie haben die Aus­wir­kun­gen gemes­sen.
Die Stu­die kommt zu einem bis­lang wenig beach­te­ten Ergeb­nis:

Eine Begren­zung für Pkws nähert die gefah­re­nen Geschwin­dig­kei­ten der ver­schie­de­nen Fahr­zeug­ar­ten an und har­mo­ni­siert somit den Ver­kehrs­fluss auf Auto­bah­nen. Gleich­zei­tig kann mit einer Geschwin­dig­keits­be­gren­zung die Kapazität je Fahr­strei­fen um 100 Kfz/h erhöht wer­den.

Heißt: Mit einer Geschwin­dig­keits­be­gren­zung ist die Auf­nah­me­fä­hig­keit der Auto­bahn gestie­gen!


¹ 2007, wer einen guten Grund hat anzu­neh­men, daß das heu­te anders sei, bit­te in den Kom­men­ta­ren las­sen.

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130?

Da wird die letz­ten Tage ja viel geschrie­ben, und alle sind sich einig: Eine Begren­zung der Höchst­ge­schwin­dig­keit auf der Auto­bahn hilft der Umwelt und ver­min­dert Unfäl­le.
Nun ja, nicht alle sind sich einig, es gibt ein paar, die um Wäh­ler­stim­men fürch­ten, allen vor­an der Ver­kehrs­mi­nis­ter.
Das macht aber nichts: Die Begren­zung wird kom­men, so sicher wie die Gurt­pflicht gekom­men ist oder das Rauch­ver­bot in Gast­stät­ten.
Gera­de das Rauch­ver­bot ist ein schö­nes Bei­spiel: Ich war damals sel­ber Rau­cher und rauch­te selbst­ver­ständ­lich nach dem Essen am Tisch. Nach­dem jeder auf­ge­ges­sen hat­te und ich blies auch nie­man­dem den Rauch ins Gesicht. Es gab durch­aus Gast­stät­ten mit einer guten Ent­lüf­tung, in denen man auch als Nicht­rau­cher sich wohl fühl­te.
Das Rauch­ver­bot kam, und der Unter­gang der deut­schen Knei­pen­kul­tur blieb aus.

Und genau so wird eine all­ge­mei­ne Geschwin­dig­keits­be­gren­zung auf deut­schen Auto­bah­nen kom­men. Das ist ist nur eine Fra­ge der Zeit, das ist unver­meid­lich. Und wenn Scheu­er und die ande­ren alten Män­ner das nicht begrei­fen wol­len — umso bes­ser, abwäh­len so bald als mög­lich!


Ceter­um cen­seo:
Ich fah­re ger­ne schnell, set­ze schon mal bei 180 den Tem­po­ma­ten. Auf der A20 gibt es län­ge­re Abschnit­te, wo das in der Tat geht. Per­sön­lich wür­de ich mir wün­schen: Gene­rell 130, auf „qua­li­fi­zier­ten“ Stre­cken aber auch dar­über, 150 oder gar 180.
Das wird aller­dings kaum so pas­sie­ren, dann eben doch lie­ber 130 als Ober­gren­ze.

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