Na also, geht doch!
Rainer | 13. Mai 2009In den vergangenen Tagen und Wochen haben wir ja gelernt, daß es unheimlich schwer ist, Seiten mit Kinderpornographie vom Netz zu nehmen, weil die ja alle in Länden sind, die einfach nicht unseren behördlichen Anweisungen folgen, sozusagen in Dritte-Welt-Ländern, jedenfalls was die Bekämpfung von Kinderpornographie angeht. Die Top 3 dieser Länder sind in absteigender Reihenfolge: USA, Australien, Deutschland. Aus Sicht der Bundesregierung also Schurkenstaaten, vergleichbar mit Ouagadougou. Das ist zwar kein Staat, sondern die Hauptstadt von Burkina-Faso, aber das kann ein Finanzminister ja mal verwechseln.
Doch zurück zu den nicht sperrbaren Seiten. Klar können wir, schon wegen des transatlantischen Bündnisses, und weil die Amis unsere Freiheit am Hindukusch verteidigen, nicht gegen amerikanische Server vorgehen. Das käme ja Gotteslästerung gleich, und die ist bekanntermaßen bäh. Die Australier sind unsere Freunde, weil sie sowieso nicht ganz dicht sind und schonmal die Instrumente ausprobieren. Bleibt dieses Deutschland. Dort, immerhin, gibt es Hoffnung: Webseiten lassen sich dort wirklich vom Netz nehmen! Zum Beispiel diese Satireseite (lokale Kopie), das hat nur Minuten gedauert! Also nochmal langsam: Da gibt es eine harmlose Satireseite im Netz – die läßt das Innenministerium binnen Minuten vom Netz nehmen. Vorgeschobene Begründung: Die Verwendung des BMI-Logos. Nur diese Kinderporno-Seiten, die kann man nicht, also nein, das ist gaaaaanz schwierig!
Dummheit, Falschheit, Bigotterie nennt man sowas wohl.






