Ich war jung und brauchte
Rainer | 29. März 2009die Brille
Fotos von der Verleihung der Abi-Zeugnisse:
Gestern hatten wir – wie hoffentlich alle anderen Haushalte in Jena – eine Postwurfsendung im Briefkasten, mit Absender Olaf Schroth, Jenaer Wahlleiter.
M. W. ist er das schon ziemlich lange, insofern erstaunt mich doch der Satz
[...] bleibt es die wohl wichtigste Errungenschaft von 1989, dass wir unsere Regierung selbst wählen können.
Ich habe weder vor noch nach 1989 jemals gesehen, daß eine Regierung auf dem Wahlzettel gestanden hätte. Natürlich weiß ich ich, wie der Satz gemeint ist, nichtsdestotrotz ist er schlichtweg falsch; einem langjährigen Wahlleiter sollte das nicht passieren.
In dem Schreiben ist auch die Möglichkeit erwähnt, der Weitergabe von persönlichen Daten an Parteien zwecks Wahlwerbung zu widersprechen – und das gilt nicht nur Parteien, sondern auch für Adreßbuchverlage.
Ich habe bestimmt ein Viertelstunde damit verbracht, das entsprechende Formular auf www.jena.de zu finden – erfolglos.
Dann habe ich mir da Schreiben nochmal hervorgenommen und bin den dortigen (nicht ganz korrekten) Hinweisen gefolgt. Und, ja, ich habe das Formular hier gefunden!
Wer also keine Parteienwerbung erhalten möchte und/oder sich nicht in irgendwelchen Adreßbüchern wiederfinden möchte, füllt das Formular aus und gibt es im Bürgerbüro ab. Diese paar Minuten sind sicherlich gut angelegt.
Nachdem es einige Aufregung um die australischen Sperrlisten gegeben hat, die dann bei Wikileaks auftauchten, gab es offensichtlich eine Hausdurchsuchung beim Inhaber von wikileaks.de – anscheinend waren auch Beamte aus Jena an dieser Durchsuchung beteiligt. Kennt jemand einen möglichen Grund dafür?
Damit, daß heute die deutsche Demokratie wieder ein Stück beschnitten werden soll, hat das natürlich überhaupt nichts zu tun, selbstverständlich nicht!
Fefe hat erfrischend deutliche Worte dafür gefunden.
Mehr unter http://wikileaks.org/wiki/Hausdurchsuchung_bei_WikiLeaks.de_Domaininhaber
Wir haben im Westviertel mal wieder eine Grobmüllsammlung. Ich war mit Moritz spazieren, und allenthalben sehen wir die Sammelplätze mit dem üblichen Wohlstandsmüll – Fahrräder, Möbel, Waschmaschinen usw. Auch Monitore/Fernseher, die sicher nicht entsorgt werden werden.
Interessant waren 4(?) Kleintransporter mit litauischen Kennzeichen und Männern, die offensichtlich den Abfall nach Verwertbarem durchsuchten. Aus Litauen! Bis dorthin sind es sicherlich tausend oder anderhalbtausend Kilometer. Warum lohnt sich das? Hat jemand eine Vorstellung?
Außerdem kommt mir ein weiterer Gedanke: Ich habe die Autos schon vor einem oder zwei Tagen gesehen – nun müssen die Männer ja auch mal austreten, Zähne putzen entfällt ja vielleicht, aber pinkeln und kack*n muß man. Wo? Ich befürchte, in den anliegenden Gärten. Wenn da Ausländerfeindlichkeit entstünde – ich könnte es erklären
Und die Übersetzung des Schirm SCHUSSES fehlt zu mir nach ” Bildschirmschuß”. Gleichwohl ich nicht irgendwie verstand, was ich dieser Artikel sagen möchte.
[Das hat babelfish aus dem unteren Text gemacht, nachdem er vom Deutschen ins Englische und retour übersetzt hat]
Und mir fehlt die Übersetzung von Screenshot nach “Bildschirmschuß”.
Allerdings habe ich ohnehin nicht verstanden, was mir dieser Artikel sagen möchte.

Via Chris René.
Gerade via Fefe gefunden: Die Marke Thor Steinar ist verkauft worden – an arabische Finanzinvestoren.
Möglicherweise wird der recht übersichtliche Onlinshop von Madley1 jetzt um Palästinsertücher erweitert? Oder Madley wird jetzt eine Dönerbude?
Wer weiß…
Ich liebe ja last.fm wirklich (mein Profil) – aber das mit der Geographie sollten sie vielleicht doch noch üben:

Momentan scheint ja Zickenkrieg zwischen den Frauen v. d. Leyen und Zypries zu herrschen – erstere will unbedingt Kinderpornographie im Netz sperren, letztere hat rechtliche Bedenken.
Interessanterweise geht das aber viel einfacher, effizienter und schneller: Der gemeinnützige Verein CareChild hat einen Test gemacht. Sie haben sich von der staatlichen dänischen Sperrliste 20 Domains genommen und die jeweiligen ISPs angeschrieben mit der Aufforderung, die inkriminerten Domains vom Netz zu nehmen.
Im Ergebnis waren 16 Internetdomains, die sich auf der dänischen Sperrliste befanden Geschichte, einige sogar dauerhaft. Bei 4 Domains teilten die Provider mit, es handele sich nicht um illegales Material oder der Seitenbetreiber hätte sogenannte “record keeping documents” vorgelegt, aus denen das (volljährige) Alter der Darsteller hervorgeht.
Den vollständigen Text gibts hier, dortselbst ist auch ein weiterführendes PDF verlinkt. Das Fazit der Tester:
Das Ergebnis ist beschämend für die Politik, insbesondere für Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble. [...] Denn dies [die Information der Hoster - Rainer] hätte letztendlich schon längst in Angriff genommen werden können, statt sich mit naiven Zensurwünschen und der Präsentation brutaler Kinderpornos vor Journalisten und Providern noch vor der Wahl profilieren zu wollen.
Der Jurist Thomas Stadler weist auf einen weiteren wichtigen Aspekt hin: Wenn es so einfach ist, die Kinderpornos vom Netz zu nehmen, ist eine flächendeckende Überwachung der Internet-Nutzer ein unverhältnismäßiger Eingriff in die Grundrechte der Bürger (Recht auf informationelle Selbstbestimmung)
Da stellt sich natürlich unweigerlich die Frage: Warum geht das Familienministerium nicht gegen die Besitzer der kinderpornographischen Seiten vor, wo es doch scheinbar so einfach und effektiv machbar ist?
Meine persönliche Vermutung: Frau von der Leyen nehme ich ihren heiligen Kreuzzug sogar ab – den restlichen Befürwortern von Sperren, insbesondere Herrn Schäuble, geht es wohl eher darum, die Kontrolle über unser Nutzerverhalten überhaupt zu gewinnen. Und da bietet sich Kinderpornographie als Aufhänger an – wer könnte schon etwas dagegen haben, daß diese Verbrechen aus dem Netz verschwinden?
Immerhin: Dummheit wäre auch eine Erklärung…


