Unwerwarteter Besuch
Rainer | 30. Juli 2007Heute zur besten Abendbrotzeit, so gegen halb sieben.
Ich sehe aus dem Küchenfenster und sehe ein Dame auf der Straße, die aufmerksam unser Haus betrachte. Hätte ja sein können, daß sie geklingelt hat und wir die Klingel nicht gehört haben. Also bin ich ‘raus und habe sie gefragt, ob ich ihr helfen könne.
Die Antwort verblüffte: “Ich habe in diesem Haus von 1947 bis 1950 gelebt und wollt mal sehen, wie es heute aussieht.” Selbstverständlich habe ich sie hereingebeten, was sie auch freudig annahm.
Bei einer Tasse Kaffee erzählte sie dann, daß sie als junge Frau 1944 von Peter Petersen an die Jenaplanschule geholt wurde, 1950 dann nach Lüneburg ging und dort 1964 eine Professur für Pädagogik erhielt.
Jetzt, wo sie 86 Jahre alt ist¹, schreibt sie ihre Memoiren und besucht deshalb die Stätten ihres Lebens, so auch Jena.
Wir sind dann durchs Haus gelaufen – sie erzählte uns, daß im Wohnzimmer noch nach dem Krieg der Flügel von Max Reger stand, sie fand ihr Zimmer wieder, freute sich über das große Bleiglasfenster im Treppenhaus…
Kurz vor acht mußte sie dann uns verlassen, da sie ihren nächsten Termin hat – 86-jährige Damen stehen eben im Streß.
Selbstverständlich haben wir Adressen und Telefonnummern ausgetauscht.
Eine sehr nette Überraschung!
¹ Sie sieht aus wie 70, zwar schwerhörig, aber ansonsten geistig wie körperlich fit. Und fährt Auto.







