Fluch der Karibik 2
Rainer | 27. August 2006Gestern waren wir zu dritt in obigem Film.
Zusammenfassung: Uninspiriert und unappetitlich. Der Erzählfaden ist zu großen Teilen kaum nachvollziehbar, den Schauspielern (auch Johnny Depp) wurde kaum Raum gegeben, ihre Figuren zu entwickeln, die Special Effects als solche sofort erkennbar. Vom Charme des ersten Teils ist kaum erwas übrig geblieben. Sicher, es gibt Wortwitz. Aber er wirkt seltsam bemüht und nicht aus der Handlung selbst entstanden. Die Maskenbildner waren diesmal wichtiger als die Schauspieler – und die Masken sehen so aus, als hätte man Aliens mit Tiefseegetier gekreuzt. Auch ist dieser Teil deutlich brutaler als der erste – wenn auch kein Blut fließt. Kurz bevor die Köpfe rollen, kommt der Schnitt.
Der Schluß ist keiner, sondern ein bemühter Anknüpfungspunkt für den dritten Teil.
Schade!
Lokalpresse, Raubkopierer und Gehirnwäsche
Rainer | 26. August 2006In der heutigen OTZ im Wirtschaftsteil gibt es einen redaktionellen Beitrag von Tino Zippel mit dem Titel “Fürs Kopieren hinter Gitter” und dem Untertitel “Neue Studie der Filmwirtschaft: Viele Filme schon zum Kinostart illegal im Internet”. Der erste Satz geht so: “Dramatische Züge nehmen die Raubkopien für die deutsche Filmwirtschaft an.” Ich hätte anzubieten: “Ein Gespenst geht um in Deutschland, das Gespenst des Raubkopierers”
Hallo? § 249 StGB definiert einen Räuber als jemanden, der “mit Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen”. Die Bezeichnung “Raubkopierer” ist also völlig daneben.
Über dem Artikel gibt es ein großes Foto 1 von der Games Convention, auf dem eine junge Frau zu sehen ist, die wegen “Raubkopierens” in einer symbolischen Gefängniszelle sitzt. Seit wann kommt man wegen (nichtgewerblichen) Kopierens ins Gefängnis? Wieso überhaubt sind Kopierer “Verbrecher”? Wir sehen wieder nach: § 12(1) StGB ist unmißverständlich: “Verbrechen sind rechtswidrige Taten, die im Mindestmaß mit Freiheitsstrafe von einem Jahr oder darüber bedroht sind.” Bleibt nicht viel übrig von Raub und Verbrecher, würde ich meinen.
Scharf finde ich auch die Aussage des Vertreters der Filmindustrie (natürlich mit Foto!), daß oftmals “bei deutschen Vorpremieren die Handys abgegeben werden, um Mitschnitte zu verhindern.” Ja, natürlich. Mitschnitte auf den Handys. Und die Erde ist eine Scheibe.
Der ganze Artikel liest sich wie aus der Presseabteilung der Filmlobby.
Und was macht nun der Redakteur Zippel? Er schreibt einen Kommentar zu seinem “eigenen” Beitrag. Sein Kommentar kommt zu dem Ergebnis, daß die Kinos zu teuer seien.
Offensichtlich hat die Verwertungsindustrie es schon bis in die Köpfe der Provinzmeinungsmacher geschafft.
1 Der Name der jungen Frau wird mit Franzi Günzel angegeben. Das führt zum Beispiel hierher. Wahrscheinlich ist Frau Günzel freie Mitarbeiterin der OTZ?
Auch C***o geht kaputt
Rainer | 25. August 2006Vorigen Sonntag (damals, in meiner Jugend, als ich noch nicht bloggte), ich sörfe, auf einmal geht nichts mehr. Keine Namensauflösung. Der Nameserver antwortet nicht mehr, kein ping, von ssh ganz zu schweigen. Aber andere Rechner aus demselben Netz anworten. Dafür wiederum antworten andere Rechner aus anderen Netzen nicht. Hm, mysteriös. Im Serverraum angekommen: An einem Switch leuchtet nur noch eine Lampe, nämlich die rote. Reboot, Switch kommt wieder hoch.
Später.
Jedenfalls war er eine halbe Stunde oben, danach siehe oben. Also 46 Kabelbelegungen abgeschrieben, Switch ausgebaut (der helfende Kollege, der am Abend vorher einige Flaschen Rotwein zuviel getrunken hatte, war tatsächlich eine Hilfe), Reserveswitch geholt.
conf net
...
Die Fehlermeldungen rauschten eindeutig zu schnell übers Terminal. Ein schnelles sh vlans zeigte aber zumindest, daß die VLANs angelegt waren.
Aber nicht alle Ports im richtigen VLAN, einige channels weg.
Die Lösung: Der alte, kaputte Switch hatte ein neueres CATOS als der Reserveswitch, so daß der letztere mit einigen Anweisungen nicht zurande kam.
Werde ich dieses Wochenende mir mal einen 2948G mit dem richtigen Release suchen und das auf den neuen alten Switch blasen.
DNS totmachen
Rainer | 25. August 2006Gestern habe ich über unseren Nameserver mal einen Check laufen lassen, mit dem unbefriediegenden Ergebnis, daß er für rekursive Abfragen weit offen ist.
Natürlich habe ich das sofort gefixt, und zwar gründlich. Er hat dann auf überhaupt keine Anfragen mehr geantwortet, auch nicht auf die aus dem internene Netz. Insbesondere die Mailserver haben keine Mails mehr verschickt -
550 5.1.2 ... Host unknown (Name server: mail.example.com.: no data known)
Schön, daß die Netzwerksensoren aus ein paar hundert Nutzern bestehen
Was ist ein guter Admin?
Rainer | 25. August 2006Darüber denke ich schon länger nach
- Ein guter Admin beherrscht sein Handwerkszeug. Das ist nun eine Trivialaussage und muß nicht weiter ausgeführt werden.
- Ein guter Admin muß faul sein. Ja, ganz im Ernst. Administration besteht zum großen Teil aus immerwiederkehrenden (und deshalb automatisierbaren) Tätigkeiten. Es besteht die Gefahr, daß man irgenwo doch mal etwas falsch macht, und dann wird die Fehlersuche aufwendig. Besser ist es, diese Vorgänge eben zu automatisieren – wenn ein Fehler gemacht wird, wird er überall auftauchen. Damit hat man eine gute Chance, den Fehler schneller zu entdecken und kann diesen Fehler dann in allen Instanzen beheben.
Manchmal freilich habe ich das Gefühl, daß der Zeitaufwand zum Skripten in etwa dem entspricht, den man mit händischem Arbeiten hätte. Jedoch: man lernt beim Skripten, nicht beim stumpfen Mit-der-Hand-Machen. Allen deshalb lohnt es sich, anfangs mehr Gehirnschmalz zu verbrauchen, hinterher aber klüger zu sein.
Die Faulheit hat aber ihren Preis: Unattraktive Tätigkeiten wie Dokumentation oder auch mechanische Tätigkeiten, die sich nicht automatisieren lassen (Bänderwechsel!) drohen liegengelasssen zu werden. Jungs, aufpassen! - Ein guter Admin delegiert. Er schafft technische Möglichkeiten, daß Kollegen administrative Tätigkeiten selber übernehmen können. Zum Beispiel Webmin eignet sich hervorragend dafür. Er schafft Möglichkeiten, daß der Nutzer sich selbst helfen kann – dafür kann man zum Beispiel ein Wiki verwenden.
- Ein guter Admin denkt weiter als die meisten Manager. Viele Manager denken nur im Rahmen ihres Verantwortungsbereiches – was erst einmal völlig in Ordnung ist.
Wir Admins sind aber für die gesamte Organisation zuständig, ob das nun ein Institut, eine Firma oder sonstwas ist. Und diese Organisation ist eben mehr als die Summe der einzelnen Abteilungen. Dafür, daß die einzelnen Teile technisch gesehen miteinander kompatibel sind – dafür sind wir verantwortlich. Und deshalb ist es auch unsere Pflicht, aufgrund unserer technischen Kompetenz manche Managerentscheidung abzulehnen – und Alternativen aufzuzeigen. - Ein guter Admin hört das Gras wachsen. Er weiß, was in näherer oder auch fernerer Zukunft an Projekten kommen wird und bereitet sich darauf vor. So kann er, wenn denn das Projekt akut wird, einen Vorschlag zur technischen Umsetzung aus der Schublade holen. Nichts ist schlimmer als auf “Lösungen” reagieren zu müssen, die von technisch inkompetenten Entscheidern vorgegeben werden.
Und er kennt in seinem Umfeld die Trends, er hat einen Riecher dafür, welche Lösungen für welche Anforderungen in nächster Zeit praxisreif sein werden. - Ein guter Admin ist der Freund seiner Nutzer. Der Nutzer muß mit wirklich jedem Problem zu seinem Admin kommen können und das Gefühl haben, ernst genommen zu werden. Selbstverständlich bedeutet das nicht, daß der Admin sich prostituiert! Natürlich darf – und muß in vielen Fällen – man dem Nutzer sagen dürfen, daß sein Problem völlig unwichtig ist, er selber hätte es hätte lösen können usw.usf.
- Ein guter Admin kennt die für ihn wirklich wichtigen Personen. Das sind diejenigen, die einerseits technisches Verständnis haben, andererseits aber auch ins Management eingebunden sind. In meinem Falle sind das die Lead Engineers. Mit denen muß man reden.
- Ein guter Admin weiß, was er nicht kann und niemals können wird. Er sagt das im Zweifelsfalle sehr deutlich und bemüht sich nicht erst, sich darum herumzumogeln.
- Ein guter Admin kennt andere gute Admins
Das momentan Wichtigste
Rainer | 25. August 2006ist natürlich in unserem Baby-Blog zu finden.
Ich hatte mir ursprünglich gedacht, mein eigenes Blog ebenfalls dort zu halten, aber die URL ist dann doch nicht so passend
Schnelle Problemlösung
Rainer | 25. August 2006Schreck heute früh:
Bine stand unter der Dusche und stellte fest, daß kein warmes Wasser vorhanden war. Im Heizungskeller nachgesehen – Heizungsanlage (wir haben Gas) sagt nix mehr, bis auf eine leuchtende Fehlerlampe.
Da hat sie dann beim Heizungsbauer angerufen, und der konnte das Problem mit ihr telefonisch innerhalb kürzester Zeit lösen. Schön!
[edit] Danach hat sich die Heizung allerdings zwei weitere Male verabschiedet, so daß doch ein Monteur kommen mußte. Das Problem war wohl Kondenswasser, genauer habe ich Bine nicht verstanden. Jedenfalls war das wohl in 10 Minuten erledigt, ohne jedweden Materialeinsatz.







