Google und Dokumentation von Hacks
Rainer | 30. August 2010Ich hab’ ja ein Problem mit Google Safebrowsing. Zweimal habe ich bereits Google angeschrieben, daß sie mich bitte aus ihrem Böse-Seiten-Index herausnehmen, zweimal haben sie es auch getan, zweimal bin ich danach wieder reingekommen. Wahrscheinlich ist es einfach ein simples Patternmatching, was die treiben – was sollte es auch sonst sein? Ein drittes Mal werde ich wohl nicht schreiben – zu unwahrscheinlich ist es, daß sie mich diesmal endgültig aus ihrem Index nehmen.
Damit zwingt mich zu einer Entscheidung zwischen Pest und Cholera: Entweder nicht bzw. kaum gelesen zu werden – oder die gehackte Aigner-Website herauszunehmen. Mit anderen Worten: Google bestimmt, was auf meiner Seite steht bzw. richtiger: nicht steht.
Im Prinzip ist das, was Google macht, eine virtuelle Rasterfahndung: Es werden soviel Daten wie möglich erhoben, darüber ein Raster gelegt – und wer dann in das Raster fällt, dem haftet mindestens der Geruch des Bösen an.
Ja, ich weiß, wie ich Google per robots.txt aussperre – aber das will ich nicht.
Soll ich Google bitten, mich in eine Whitelist aufzunehmen, so sie denn eine haben? Nö, denn natürlich weiß ich nicht, ob nicht in der Zukunft jemand es schafft, Schadcode bei mir zu platzieren – oder aber ob ich zu den Bösen wechsle. Schließlich war Thilo Rosenberg, äh, Alfred Sarrazin, Mist, ich kann mir den Namen einfach nicht merken, auch mal ein süßer Hosenscheißer.
So werde ich die von Google bemängelte Datei wohl als zip ablegen, mit einem leeren Paßwort geschützt; das scheint mir noch der am wenigsten faule Kompromiß zu sein.
Was mir wirklich Sorgen bereitet: Google hat eine marktbeherrschende Position. Damit dürfen sie sich keine Kollateralschäden leisten – weder bei mir noch beim WLAN-Kartografieren (ich schätze mal, die haben einfach Kismet in der Default-Konfiguration laufen lassen).
Ganz schlimm aber wird es, wenn Sicherheitslücken “dank” Google nicht mehr dokumentiert werden können. Da hört der Spaß dann endgültig auf.









